Autor: Redaktion

  • Freiwilligen Zentrum bringt Ehrenamtler und Hilfesuchende zusammen

    Freiwilligen Zentrum bringt Ehrenamtler und Hilfesuchende zusammen

    Wer über die privat organisierte Nachbarschaftshilfe hinaus in der Corona-Krise ehrenamtlich Unterstützung anbieten möchte, kann sich seit Mitte März an das Freiwilligen Zentrum (FWZ) der Caritas wenden, das sich spontan bereit erklärt hat, Hilfesuchende und Unterstützer zusammenzubringen.

    Das FWZ hat jahrelange Erfahrung rund um das Thema Ehrenamt und berät private Helferorganisationen zum Beispiel bei Fragen zum Versicherungsschutz.

    Das Freiwilligen Zentrum ist montags, mittwochs und freitags jeweils von 9:00 bis 14:00 Uhr unter der Rufnummer 02166-40207 oder per Mail an fwz-mg@caritas-mg.de erreichbar.

    “Sie möchten noch einmal den Einkaufsdienst nutzen? Moment, ich gebe Ihnen gerne die Nummer der Koordinierungsstelle für die zentralen Einkäufe. Da erfahren Sie alles Weitere.” Regina Roick, Leiterin des Freiwilligen Zentrums (FWZ) des Caritasverbandes Region Mönchengladbach, muss nicht lange suchen, um der älteren Dame helfen zu können. Kurz darauf meldet sich eine junge Frau, die in Rheindahlen unterwegs ist. Rheindahlen deshalb, weil sie auf ihr Fahrrad angewiesen ist. Auch dieser Anruferin kann die diplomierte Sozialarbeiterin helfen: “So geht das mitunter den ganzen Tag.” Wobei im Augenblick eher die Menschen anrufen, die ihre Hilfe anbieten. “Nach Hilfe fragen tun derzeit noch zu wenige”, zieht die 47-Jährige eine vorsichtige erste Bilanz der ersten Wochen der Ausgangsbeschränkungen. Dabei müsse niemand Scham oder Scheu empfinden, um Hilfe zu bitten. Es seien gerade die “älteren Menschen, die sich da schwer tun.”

    Der Schreibtisch von Regina Roick steht in der Passage am Ring an der Friedrich-Ebert-Straße 53 in Rheydt und gibt einen Eindruck von der umfangreichen Arbeit. Seit Ausbruch der Coronakrise haben sich in Mönchengladbach allein 29 neue Einkaufsdienste gegründet. Meist sind diese aus bereits bestehenden Vereinen wie etwa dem Bürgerschützenverein St. Hermann-Josef Speick e.V., der Kindersportschule KiSS, oder aus anderen Vereinen oder Initiativen, erwachsen, erzählt Regina Roick, die sich ihren Job mit einer Kollegin teilt, die gerade im Homeoffice arbeitet.

    Die Sozialarbeiterin erzählt davon, dass ehrenamtliche Helfer daheim persönliche Osterkarten gefertigt und an entsprechende Einrichtungen verteilt haben. Andere wiederum schneidern Mundschutz in Mengen, bieten `Gassi gehen´ an, sammeln Konservendosen zur Verteilung oder wollen persönlich helfen, wie eine pensionierte Krankenschwester beispielsweise. Die Aufgabe von Regina Roick besteht dann darin, für alle Ehrenamtler das Passende zu finden: “Es kommt auch schon mal vor, dass ich gemeinsam mit den Anrufern in durchaus langen Telefongesprächen neue Ideen und Projekte entwickele. Manchmal muss ich auch zugeben, dass ich noch nicht das Passende anbieten kann, weil die angebotenen Fähigkeiten oder Kenntnisse im Augenblick nicht abgerufen werden können. Statt menschlicher Nähe ist soziale Distanz – auch im Ehrenamt – gefragt!”

    Bevor die Leiterin des FWZ, das vom Caritasverband Region Mönchengladbach e.V. getragen wird und mit der Stadtverwaltung kooperiert, Hilfsangebot und Hilfeersuchen zusammenbringt, klärt sie erst einmal das Formale ab. “Zunächst werden wichtige Daten der Ehrenamtler abgefragt, damit die Seriosität des Angebots sichergestellt wird. Die Hilfesuchenden können dann sicher sein, dass sie keinem Betrug aufsitzen. Unsere Initiativen haben Hand und Fuß. Zudem laufen sie langfristig.” Und sie gibt den Helfenden die Sicherheit, dass sie “während der Tätigkeit gesetzlich über die UK NRW versichert sind, da ein Wegeunfall oder ein Unfall während der Tätigkeit als Arbeitsunfall gewertet wird. Dies gilt immer dann, wenn der Einsatz über das normale Maß der Nachbarschaftshilfe hinausgeht.”

    Die Pandemie habe auch ihre Arbeit verändert, erzählt Regina Roick: “Ich nutze meine Kreativität und die bestehenden Kontakte, um mir immer neue Sachen auszudenken, etwas anzustoßen, Menschen zusammenzubringen. Eine Firma hat mir zum Beispiel sechs Azubis und zwei Autos für acht Stunden die Woche, angeboten. Zuerst habe ich gedacht: Was mach ich nur mit denen? Am Ende stand dann eine Idee im Raum, aus der die jungen Leute jetzt ihr eigenes Ding machen können.” Denn klar sei auch in diesem Fall: jeder Einzelne müsse ein Stück weit selber kreativ werden.

    Neben der Behebung aktueller Engpässe schafft die engagierte und leidenschaftliche Netzwerkerin zugleich auch professionelle Strukturen, um möglicherweise noch kommende Probleme bewältigen zu können: “Auch wenn die Anfragen sprunghaft ansteigen werden: Die Helferstrukturen konnten wir in den vergangenen Wochen aufbauen. Mittlerweile haben wir einen guten Überblick über die Angebote der Corona Hilfen in MG.” Helferanfragen werden nicht nur direkt an das FWZ gerichtet, sondern kommen auch über das Bürgertelefon der Stadtverwaltung.

    Regina Roick freut sich über jedes Angebot und jede Anfrage. Aber sie bittet auch um Geduld: “Wenn zur Zeit mehr Helfer als Hilfesuchende vorhanden sind, befinden wir uns in einer glücklichen Lage. Und wir wissen auch, dass sich die Lage schnell ändern kann!” Klar sind für sie zwei Dinge: “Man kann auch gut von zuhause aus helfen.” Und, in Kenntnis des vielschichtigen ehrenamtlichen Engagements der Bürgerschaft ist eins sicher: “Bei uns in Mönchengladbach wird niemand zurückgelassen.”

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  • EU-Parlament beschließt Verschiebung neuer Anforderungen für Medizinprodukte

    EU-Parlament beschließt Verschiebung neuer Anforderungen für Medizinprodukte

    Um Engpässe oder Verzögerungen bei der Markteinführung wichtiger Medizinprodukte zu vermeiden, beschloss das Europäische Parlament, die Anwendung der Verordnung über Medizinprodukte zu verschieben.

    Das Europäische Parlament nahm den Vorschlag der Kommission am Freitag in Brüssel im Dringlichkeitsverfahren mit 693 Stimmen bei 1 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen an, wodurch die Anwendung der Medizinprodukte-Verordnung um ein Jahr bis zum 26. Mai 2021 verschoben werden kann.

    Derzeit lastet hoher Druck auf den nationalen Gesundheitsbehörden und den Herstellern von Medizinprodukten. Wären Sie gezwungen, ab Mai diesen Jahres die neue Medizinprodukte-Verordnung einzuhalten, könnte e zu Engpässen oder Verzögerungen bei der Beschaffung der zur Bekämpfung von COVID-19 erforderlichen Medizinprodukte.

    Das Europäische Parlament unterstützt daher den Vorschlag, die Anwendung dieser Verordnung um ein Jahr zu verschieben. Behörden und Hersteller sollen dem Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie Priorität einräumen, indem sie nach den derzeitigen Verfahren fortfahren.

    Der Vorschlag muss nun auch von den Mitgliedsstaaten gebilligt und im Amtsblatt veröffentlicht werden, bevor er in Kraft treten kann. Dies wird spätestens bis zum 26. Mai erwartet.

    Hintergrund

    Die europäische Gesetzgebung stellt sicher, dass medizinische Geräte sicher in der Anwendung sind und erleichtert den Patienten den Zugang zu den Geräten auf dem europäischen Markt. Im Jahr 2017 wurden zwei neue Verordnungen über Medizinprodukte und In-vitro-Diagnostika verabschiedet, um die Patientensicherheit zu verbessern und die Transparenz über Medizinprodukte in der gesamten EU zu erhöhen. Die neue Verordnung für Medizinprodukte sollte am 26. Mai 2020 voll anwendbar sein. Das Datum der Anwendung der Verordnung über In-vitro-Diagnostika-Medizinprodukte ist von dem neuen Vorschlag nicht betroffen. Die In-vitro-Verordnung wird wie geplant ab 26. Mai 2022 anwendbar.

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  • Sprengung eines Geldautomaten

    Sprengung eines Geldautomaten

    Am heutigen Morgen gegen 04:50 Uhr sprengten unbekannte Täter den Geldautomaten der Volksbankfiliale im Stadtteil Hardt an der Vorster Straße mittels Gaseinleitung.

    Die Täter flüchteten anschließend mit einem dunklen Audi RS3 (Limousine) in Richtung Hardter Landstraße und weiter über die

    A52 in Fahrtrichtung Düsseldorf. An dem Gebäude entstand hoher Sachschaden.

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  • Toilettenpapier aus Kellerraum entwendet

    Toilettenpapier aus Kellerraum entwendet

    Ein besonders schwerer Fall des Diebstahls aus einem Kellerraum ist der Polizei Mönchengladbach angezeigt worden.

    Bei der Tat, die zwischen dem 9. und dem 16. April in einem Mehrfamilienhaus in Hardt an der Vorster Straße begangen worden sein muss, verschwanden insgesamt sechs Pakete mit jeweils zehn Rollen Toilettenpapier aus dem Kellerverschlag, der zu einer Praxis gehört.

    Der unbekannte Täter hatte sich an der Halterung eines Schlosses zu schaffen gemacht, um in den Kellerraum und an die Beute zu gelangen.

    Wer verdächtige Beobachtungen gemacht hat, sollte diese der Polizei unter der Rufnummer 02161-290 melden.
    (ds)

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  • Corona-Krise für eine bessere Digitalisierung nutzen

    Corona-Krise für eine bessere Digitalisierung nutzen

    „Wir sollten die unterrichtsfreie Zeit jetzt nutzen, um noch mehr neue Formen des digitalen Unterrichts zu testen und mehr Plattformen für Unterricht via Internet einzuführen“, fordert Dr. Boris Wolkowski, stellvertreten­der Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen.

    Der grüne OB-Kandidat verweist auf Mönchengladbacher Schulen, die sich auf Plattformen wie etwa „Moodle“, „Webex“ oder das Chat-Programm „Discord“ verständigt hätten und damit erfolgreich arbeiteten. „Es könnten aber noch viel mehr Schuljahrgänge die Möglichkeiten des digitalen Unterrichts nutzen“, meint Wolkowski. Etliche Eltern hatten sich in den letzten Tagen an den Grünen-Politiker gewandt mit der Frage nach mehr virtuellem Unterricht während der Corona-Krise. 

    Die Grünen begrüßen grundsätzlich die gute Versorgung der Schüler in der „Vitusstadt“ während der unterrichtsfreien Zeit mit Hausaufgaben durch die Lehrkräfte, sehen aber noch Verbesserungsbedarf, wenn es darum geht, mehr Unterricht via Internet durchzuführen. „Die technischen Voraussetzungen sind weitgehend vorhanden“, führt Boris Wolkowski aus, „wir müssen sie aber besser nutzen.“ Problematisch sei an dieser Stelle sicherlich die Situation von Kindern und Jugendlichen, deren Eltern aus finanziellen Gründen nicht über die nötige technische Ausstattung verfügten. Hier verweist Wolkowski auf die Fördervereine der Schulen. „Die Fördervereine können hier einspringen und mit dazu beitragen, dass die Schulen all jenen Schülern Geräte zur Verfügung stellen können, die welche benötigen, notfalls auch leihweise“, so der Grünen-Ratsherr. Im Hinblick auf die aktuellen Abiturjahrgänge sollte nach den Vorstellungen der Grünen insbesondere für die Leistungskurse ein verpflichtender Online-Unterricht angeboten werden. „Es handelt sich ja derzeit nicht um erweiterte Ferien, sondern um die wichtigste Phase in der Vorbereitung auf das Abitur“, stellt Boris Wolkowski fest. Netter Nebeneffekt: Die Eltern könnten durch eine solche Maßnahme spürbar entlastet werden.

    Marcel Klotz, Sprecher des Grünen Arbeitskreises „Wirtschaft, Digitalisierung, Arbeit“ sowie Ratskandidat aus Rheydt, verweist in diesem Zusammenhang auf die Hochschule Niederrhein, die derzeit ihre digitalen Lehrangebote ausbaut, damit für Viele das Studium trotz Gebäude-Schließung weitergehen kann. Kleines Manko: Noch können nicht alle Bereiche online gehen. „Wir können momentan feststellen, dass die Digitalisierung hilft, gerade auch in Notzeiten Prozesse im Hochschul- und Universitätsbereich, aber auch in Unternehmen und bei Behörden aufrechtzuerhalten. Anstelle von geschlossenen Bürgerservicestellen brauchen wir ein deutlich besseres Angebot an digitalen Prozessen, die Bürger selbständig online durchführen können.“ Manche der Ansätze im digitalen Bürgerservice hält Klotz für deutlich ausbaufähig. Auch die Vorteile der Digitalisierung im Bereich der Wirtschaft liegen für Marcel Klotz klar auf der Hand: „Unternehmen, die Arbeitsvorgänge digitalisiert haben, können diese leichter in Richtung Homeoffice ausladen; sie kosten weniger und sind auch in der Gesamt-Ökobilanz nachhaltiger.“

    Da mit einer Verlängerung der unterrichtsfreien Zeit auch nach den Osterferien zu rechnen sei, fordern sowohl Boris Wolkowski als auch Marcel Klotz beim Thema Digitalisierung mehr Anstrengungen und eine klare Direktive aus dem Schulministerium in Düsseldorf. „Wir brauchen künftig bei der Ausstattung der Schulen eine neue, bessere Politik“, sagt Boris Wolkowski. „Eine solche Investition im Bildungsbereich ist zwingend notwendig.“

    Marcel Klotz fordert beim Thema Digitalisierung verstärkte Anstrengungen bei der Transformation hin zu einem „e-Rathaus“. „Das“, sagt er, „ist für die Bürger in Mönchengladbach wichtig.“ Im Bereich der Wirtschaft sei ein Förderprogramm für Unternehmen erforderlich, die auf eine nachhaltige Umstellung zur Digitalisierung setzten. „Mit diesem Instrument können wir die zu erwartenden schlimmen Folgen der Corona-Krise hoffentlich ein wenig abfedern“, meint Klotz.

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  • Holländische Tanklastzüge liefern wieder Gülle nach Schelsen

    Holländische Tanklastzüge liefern wieder Gülle nach Schelsen

    Nach Schätzungen des Bundes für Umwelt und Naturschutz in Deutschland (BUND) werden jährlich etwa 60.000 Lkw-Ladungen Gülle aus den Niederlanden nach Deutschland importiert. Kein Wunder, denn bei den niederländischen Nachbarn sind die Düngerhöchstgrenzen wesentlich strenger als hierzulande. Jüngstes Beispiel: Am vergangenen Gründonnerstag bemerkten Anwohner in Giesenkirchen-Schelsen frühmorgens zwei Tanklastzüge in der Nähe von „Haus Horst“, die dort Gülle anlieferten. Geschätzte Auslieferungsmenge: 56 Kubikmeter. Die Gülle wurde dann auf den angrenzenden Feldern in der Gemarkung Schelsen ausgebracht. Die Anwohner wandten sich mit ihren Beobachtungen an die Grünen, nicht ohne vorher Fotos von dieser Aktion gemacht zu haben.

    Foto: Siemes

    Hajo Siemes, Umweltexperte und Sprecher der Grünen in der Bezirksvertretung Ost, nahm sich der Sache an und forschte nach. „Es ist ja hinlänglich bekannt, dass es infolge der industriellen Massentierhaltung mehr Gülle gibt, als von Böden und Pflanzen aufgenommen werden kann. Gern wird Gülle aus dem benachbarten Ausland importiert, weil dort noch weniger Fläche zur Verfügung steht. Außerdem sind Gülleflächen teuer. An den niederländischen Güllebörsen werden horrende Preise für die Abgabe des so genannten Wirtschaftsdüngers bezahlt“. Hintergrund: Die Kosten für die Gülleverwertung sind in Deutschland mit 6-8 Euro pro Kubikmeter deutlich niedriger als in den Niederlanden. Das Agieren der niederländischen Gülle-Exporteure hier im Grenzgebiet belaste die hiesige Umwelt und treibe zugleich die Kosten an den deutschen Güllebörsen in die Höhe, sagt Siemes.

    Er hat sich mit Fragen zu den Beobachtungen in Schelsen sowohl an die Untere Wasserschutzbehörde als auch an die Landwirtschaftskammer NRW gewandt. „Die für das Gebiet Mönchengladbach/ Neuss zuständige Kammer versicherte mir, von einem Verstoß gegen düngerechtliche Vorgaben sei im aktuellen Fall in Schelsen zunächst nicht auszugehen“, berichtet Hajo Siemes.

    Fakt ist aber, dass der Europäische Gerichtshof (EuGH) bereits 2018 von der deutschen Bundesregierung eine grundlegende Verbesserung der so genannten Gülleverordnung forderte. Die Bundesregierung wurde in einem Vertragsverletzungsverfahren durch die EU-Kommission wegen der zu hohen Nitratbelastungen auf deutschen Feldern, Äckern und Wiesen vor allem durch die Landwirtschaft gerügt. Zuguterletzt wurde man aktiv: Die überfälligen Änderungen wurden am 27.03.2020 im Bundesrat verabschiedet, sie sollten ab Mai 2020 in Kraft treten. Jetzt droht sie wiederum verschoben zu werden  – wegen der Corona-Krise.

    „Kernpunkt der aktuellen Änderungen ist die pauschale Kürzung der Stickstoff-Düngung um 20 Prozent in den Gebieten, die besonders mit Nitrat belastet sind“, erläutert Hajo Siemes. Das Auftragen von Dünger wie z.B. Gülle unterliege nach der neuen Gesetzgebung einer Dokumentationspflicht seitens der Landwirtschaft. Hierüber könne zukünftig festgestellt werden, ob gegen die Verordnung verstoßen wird.

    „Nicht nur wir Grüne bezweifeln, ob die jetzt verabschiedete Verordnung ausreicht, um der Verschmutzung des Grundwassers und der Gewässer insgesamt zu genügen“, betont Siemes. Er verweist auf Aussagen von Dr. Stefan Möckel, Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), der festgestellt hatte, dass die Novelle insgesamt zu kurz greife mit ihrer Fokussierung auf die Nitrat-Richtlinie und die Gewässer, da sie die weitreichenden ökologischen Auswirkungen von Nährstoffüberschüssen und diesbezügliche Schutzverpflichtungen Deutschlands nicht in den Blick nehmen würden.

    „Um den Gülletourismus zu verhindern, muss die Massentierhaltung in den Fokus der Gesetzgebung genommen und eingedämmt werden“, fordert Hajo Siemes. „Es darf regional nur so viel Gülle anfallen, wie Felder vorhanden sind, auf denen die Gülle aufgetragen wird. Dabei müssen die Nitrat– und Stickstoffwerte auf ein erträgliches Maß reduziert werden.“

    Seine Parteikollegin Bärbel Höhn, Vorsitzende des Umweltausschusses des Bundestages, hatte dazu in der Vergangenheit bereits einen sehr pragmatischen Lösungsansatz vorgelegt: Gülle-Überschüsse sollten einfach als Abfall behandelt werden. Abfall darf bekanntlich nicht einfach auf die Felder gekippt werden, man muss ihn vielmehr entsprechend behandeln und entsorgen…

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  • mags-Mülldetektive erwischen auffallend viele Müllsünder

    mags-Mülldetektive erwischen auffallend viele Müllsünder

    Von Bürostühlen, Dunstabzugshauben, Kühlschränken über Bauschutt, Bekleidung bis hin zu Restabfall mit verdorbenen Essensresten – die Bandbreite an illegalen Entsorgungen ist groß.

    Foto: mags

    In den meisten Fällen handelt es sich um Beistellungen an Containerstandorten, die eigentlich für Altglas und Altpapier gedacht sind.

    Manche Müllsünder scheuen sich auch nicht davor, einen Standort zweimal anzufahren.
    Bei ihren verdeckten Ermittlungen haben die mags-Mülldetektive die meisten Vergehen am Containerstandort Schlachthofstraße beobachten können.
    Auffallend ist zudem, dass viele Verstöße montags zu verzeichnen sind, wenn die beiden Wertstoffhöfe in Mönchengladbach geschlossen sind.
    Enorm viele Anfahrten haben zwischen 10 und 15 Uhr stattgefunden. „Wir spekulieren, dass aktuell viele Menschen Zuhause ausmisten und leider nicht die richtigen Entsorgungswege nutzen. Der Großteil der Mönchengladbacher Bürger entsorgt seine Abfälle natürlich ordnungsgemäß. Das soll an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben“, sagt Jörg Wilms, Leiter der mags-Mülldetektive.

    Nach insgesamt sieben Observationstagen sind 29 Bußgeldverfahren eingeleitet worden. Zwölf davon sind illegale Entsorgungen, die montags begangen wurden.

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  • Ruhige Einsatztage für KOS und am Bürgertelefon am Osterwochenende

    Ruhige Einsatztage für KOS und am Bürgertelefon am Osterwochenende

    “Bleiben Sie bitte zu Hause, halten Sie Abstand und befolgen Sie die Hygieneregeln. Nur so können wir uns erfolgreich gegen das Virus wehren.“

    Die Bitte von Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, auch über das Osterwochenende die geltenden Regeln zu beachten und Kontakte auf ein Minimum zu reduzieren, ist in Mönchengladbach nicht ungehört geblieben.

    Trotz der zeitweise frühsommerlichen Temperaturen blieb das lange Wochenende für den Kommunalen Ordnungsdienst (KOS) weitgehend ruhig. Entspannt war die Lage auch am Bürgertelefon, das Freitag, Samstag und Montag insgesamt rund 60 Anrufe verzeichnete.

    Große Menschenansammlungen oder besondere Vorkommnisse gab es nicht. Kleinere Gruppen, die gegen die Kontaktbeschränkungen verstießen, wurden durch die Streifentätigkeit und Hinweise aus der Bürgerschaft schnell lokalisiert. Nur vereinzelt mussten an Spielplätzen und in Parks, am Rheydter Marktplatz und an beliebten Ausflugszielen kleinere Gruppen aufgelöst werden.

    So wurden durch den KOS am Ostermontag acht Platzverweise ausgesprochen und neun Bußgeldverfahren wegen Verstößen gegen die geltenden Abstandsregeln eingeleitet.

    Verteilt über das Wochenende wurden zudem vier Bußgeldverfahren gegen Gewerbetreibende eingeleitet, die gegen die Corona-Schutzverordnung verstoßen haben.
    An drei Verkaufsstellen wurden die vorgeschriebenen Regeln nicht eingehalten, ein Betrieb musste geschlossen werden.

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  • Verschiebung der Veranstaltung mit Herta Müller

    Verschiebung der Veranstaltung mit Herta Müller

    Wir, der Inititiativkreis Mönchengladbach, sind der Überzeugung, dass es auch in den kommenden Wochen noch nicht an der Zeit ist, dass sich viele Menschen an einem Ort versammeln.

    Darum haben wir gemeinsam mit der Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller entschieden, die für den 19. Mai geplante Veranstaltung zu verschieben – unabhängig davon, welche Regelungen Land und Stadt zu künftigen Veranstaltungen treffen werden.

    Herta Müller wird so schnell wie möglich nach Mönchengladbach kommen. Wir sind in der gemeinsamen Terminfindung.
    Bereits gekaufte Karten gelten automatisch für den Nachholtermin.
    Kunden können sich den Kaufpreis aber auch erstatten lassen.
    Dazu wenden sie sich an die jeweilige Vorverkaufsstelle.

    Wie wir mit weiteren Veranstaltungen verfahren, hängt von der weiteren Ausbreitung des Covid-Virus ab. Wir informieren darüber jeweils so schnell wie möglich.

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  • „BI gegen Fluglärm MG-Ost“ fordert, Antrag des Flughafens Düsseldorf auf Kapazitätserweiterung abzulehnen

    „BI gegen Fluglärm MG-Ost“ fordert, Antrag des Flughafens Düsseldorf auf Kapazitätserweiterung abzulehnen

    Das Verkehrsministerium NRW plant ab 4. Mai die öffentliche Auslegung neuer Gutachten im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens für die Erweiterung des Flughafens Düsseldorf.

    2015 hatte der Flughafen eine Erweiterung der Zahl der Flugbewegungen um 25% beantragt. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens hatten sich 2016 mehr als 40.000 Menschen gegen dieses Vorhaben ausgesprochen. Mit der neuen Auslegung haben die Bürger erneut die Möglichkeit, die neuen Unterlagen einzusehen und Einwendungen gegen die Pläne vorzubringen.

    Das Verkehrsministerium hatte die ergänzenden Gutachten beim Flughafen angefordert, da aus Sicht der Genehmigungsbehörde die Antragstellerin bisher keine plausible Begründung für den behaupteten Mehrbedarf liefern konnte.

    Die BI „Gegen Fluglärm MG-Ost“ und mit ihm sieben weitere Initiativen in den Anliegergemeinden des Flughafens haben nun Verkehrsminister Hendrik Wüst in einem Brief aufgefordert, die öffentliche Auslegung der neuen Gutachten und die Bürgerbeteiligung nicht durchzuführen. „Angesichts der wohl auch im Mai noch andauernden massiven Beschränkungen des öffentlichen Lebens aufgrund der behördlichen Verfügungen im Rahmen der Corona-Pandemie kann zum jetzigen Zeitpunkt der Zweck einer öffentliche Auslegung, nämlich die uneingeschränkte Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger und die Erörterung der Unterlagen in Veranstaltungen oder bei Infoständen, nicht erreicht werden,“ heißt es in dem Schreiben.

    „Die Gutachten des Flughafens sind durch die Ereignisse der vergangenen Wochen ohnehin Makulatur, weil durch die Pandemie alle bisherigen Annahmen für  eine Bedarfsermittlung hinfällig sind“, ergänzt der Vorsitzende der BI „Gegen Fluglärm MG-Ost“, Frederick Skupin.

    Die Initiativen gehen aber in ihrem Schreiben noch weiter. Sie fordern den Minister auf, den Antrag des Flughafens auf Erweiterung der Zahl der Flugbewegung vollständig abzulehnen. Die quantitativen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Bedarf an künftigen Slots ließen sich zum jetzigen Zeitpunkt zwar noch nicht prognostizieren, heißt es in dem Schreiben an den Minister. Allerdings seien die Einbrüche so gravierend, „dass der Nachweis eines um 25% höheren Bedarfs an Start- und Landerechten, wie vom Flughafen Düsseldorf 2015 beantragt, in den nächsten Jahren nicht geführt werden kann.“

    Dazu Hajo Siemes, Sprecher der BI: „Alles deutet darauf hin, dass als Folge der Pandemie, auch nach Aufhebung der globalen Kontakteinschränkungen der Luftverkehr über einen längeren Zeitraum massive Rückgänge in der Zahl der Flugbewegungen erfahren wird. Dieser Einbruch wird sowohl auf der Angebots- wie auch der Nachfrageseite erfolgen. So werden außerdem auch aus Gründen des Klimaschutzes zukünftig Kurzstreckenflüge auf die Bahn verlegt werden müssen.“ Experten befürchten, dass in vielen Reiseländern große Teile der Tourismusinfrastruktur zusammenbrechen werden. Zudem werde sich der Markt für Urlaubsreisen nur langsam erholen, weil die Bevölkerung in den nächsten Wochen und Monaten erhebliche Einkommenseinbußen erleiden werde und sich das Wirtschaftswachstum nur sehr langsam erholen dürfte. Wie sich angesichts der fortdauernden Gefahren der Pandemie auch nach Lockerung von Reiseverboten das Mobilitätsverhalten der Menschen ändern werde, wisse im Moment niemand, heißt es in dem Schreiben. Verwiesen wird auch auf Ankündigung von Unternehmen, die Zahl der Geschäftsreisen in Zukunft zu reduzieren und weiterhin über Videokonferenzen in Kontakt mit ihren Geschäftspartnern bleiben zu wollen. Ein um 25% höherer Bedarf gegenüber den bisherigen Start- und Landekapazitäten sei deshalb nach Überzeugung der Initiativen in den nächsten Jahren illusorisch. Vielmehr werde die Zahl der Flüge mehrere Jahre deutlich unter den Vorjahren liegen.

    Die Unterzeichner des Schreibens kommen deshalb zum Ergebnis: „Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung und unter Berücksichtigung des Umstands, dass die Antragstellerin bisher schon, auch nach Auffassung Ihres Hauses, nicht in der Lage war, den behaupteten höheren Bedarf plausibel nachzuweisen, fordern wir Sie auf, den Antrag des Flughafens Düsseldorf auf Kapazitätserweiterung in vollem Umfang abzulehnen.“

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  • „Solidarisches Miteinander ist gerade jetzt zum Schutz der Schwachen, der Vorerkrankten und Kranken sowie der älteren Menschen das oberste Gebot.“

    „Solidarisches Miteinander ist gerade jetzt zum Schutz der Schwachen, der Vorerkrankten und Kranken sowie der älteren Menschen das oberste Gebot.“

    In Anbetracht der besonderen Lage wendet sich Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners an die Bürgerinnen und Bürger:

    Liebe Mönchengladbacherinnen,
    liebe Mönchengladbacher,

    die Corona-Pandemie beherrscht das Geschehen auch in unserer Stadt.
    Die Lage ist ernst, aber es gibt nach wie vor keinen Grund zur Panik.
    Wir erleben derzeit eine Ausnahmesituation, von der wir nicht wissen, wie lange sie anhält und wie sie sich entwickeln wird. Klar ist jedenfalls, dass wir alles dafür tun müssen, um im eigenverantwortlichen Handeln einen unkontrollierten Anstieg der Fallzahlen zu verhindern und unser Gesundheitssystem leistungsfähig zu halten.
    Dafür ist die Beachtung der Regeln zur Reduzierung von Kontakten entscheidend, um Schlimmeres zu verhindern. Nur so kann die Verbreitung des Virus eingedämmt werden. Das haben die meisten von Ihnen verstanden und verhalten sich entsprechend.

    Dafür möchte ich Ihnen danken. Solidarisches Miteinander ist gerade jetzt zum Schutz der Schwachen, der Vorerkrankten und Kranken sowie der älteren Menschen das oberste Gebot. Es spricht allerdings nichts dagegen, mit den im eigenen Haushalt lebenden Personen einen Spaziergang zu machen oder eine Runde mit dem Rad zu drehen. Bewegung und frische Luft tun in diesen Zeiten gut.

    In wenigen Tagen ist Ostern – üblicherweise für uns alle ein Fest der Begegnung, sei es in Gottesdiensten, in den Familien oder im Kreise der Freunde. Das wird es in diesem Jahr nicht geben. Wie schwer es fällt, Kontakte zu vermeiden, spüre ich als Familienvater und Großvater von fünf Enkeln so wie viele von uns. Dennoch sollten wir uns an die Regeln halten: Bleiben Sie bitte zu Hause, halten Sie Abstand und befolgen Sie die Hygieneregeln. Nur so können wir uns erfolgreich gegen das Virus wehren. Die Anzahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen steigt auch bei uns, aber der Anteil der Schwerkranken, die in den Krankenhäusern einer Intensivbehandlung teilweise mit Beatmung bedürfen, ist relativ konstant geblieben. Hoffen wir, dass es so bleibt. Die Krankenhäuser sind jedenfalls gut aufgestellt, haben ihre Kapazitäten ausgebaut und arbeiten äußerst kooperativ und konstruktiv zusammen.

    Es gibt in dieser Krise so viele Menschen, die alles geben. Dazu gehören die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Krankenhäuser, der Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und Altenheime, aber auch Feuerwehr, Polizei, Ordnungskräfte, Busfahrer, Verkaufspersonal im Handel, und viele mehr. Sie alle tragen dazu bei, dass das Leben weitergeht und wir am Ende der Krise hoffentlich sagen können, dass wir sie gemeinsam gut überstanden haben. Allen, die in dieser schweren Zeit unermüdlich im Einsatz sind, danke ich von ganzem Herzen.

    Ich freue mich auch über viele ehrenamtliche Gruppen und privaten Initiativen, die Hilfe leisten und sich einbringen. Ich bin dankbar für die große Welle an Hilfsbereitschaft, Zusammenhalt und gegenseitiger Fürsorge, die wir jetzt erleben.

    Als Stadt versuchen wir – so gut es eben geht – die Unternehmen am Ort, Einzelhandel und Gastronomie zu unterstützen, indem Hilfestellungen und Beratungen bei der Beantragung von Fördermitteln geleistet werden.

    Hoffen wir, dass unsere Stadt aus dieser Ausnahmesituation so herauskommt, wie wir es uns alle wünschen.

    Bleiben Sie gesund!

    Ihr Hans Wilhelm Reiners

    Oberbürgermeister

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  • Unterstützung für ältere Menschen – eine Hotline hilft!

    Unterstützung für ältere Menschen – eine Hotline hilft!

    Die Corona-Epidemie hat das öffentliche Leben weitgehend lahmgelegt.

    Vor allen Dingen ältere Menschen sind aufgrund der getroffenen Maßnahmen verstärkt auf fremde Hilfe angewiesen.
    Der Fachbereich Altenhilfe ist von montags bis freitags von 8:30 bis 15 Uhr unter der Hotline 02161 / 25 67 25 der richtige Ansprechpartner für alle älteren Menschen, die jetzt Hilfe bei der Erledigung ihrer alltäglichen Aufgaben und Besorgungen brauchen.
    25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Freiwilligen Sozialen Dienst (FSJ) und Bundesfreiwilligendienst (BFD), die normalerweise in Schulen und Kindergärten im Einsatz sind, stehen als “Helfer in der Not” zur Verfügung.

    Koordiniert wird die Hilfe von der städtischen Sozialholding, die die Koordinierungsstelle für alle städtischen FSJ/BFD-Kräfte ist.

    Luisa Winterberg ist eine von vielen Helferinnen und Helfern. Normalerweise arbeitet die 19-Jährige in der Grundschule Heyden. Jetzt kauft sie für ältere Menschen ein. Gegen einen kleineren Barbetrag erledigt sie die Einkäufe. “Es macht mir Spaß, anderen Menschen zu helfen. Viele engagieren sich und machen das Beste aus dieser Lage. Ich möchte meinen Beitrag leisten. Wir müssen zusammenhalten”, erklärt die Freiwillige. Mit einer betagten Dame hat sie beispielsweise vereinbart, einmal in der Woche das Nötigste einzukaufen. Der Infektionsschutz hat dabei oberste Priorität. Alle Freiwilligen haben eine Desinfektionsbelehrung erhalten und sind mit Desinfektionsmittel sowie Mund- und Handschutz ausgerüstet. “Wir, und damit meine ich alle Kolleginnen und Kollegen, haben noch Kapazitäten frei und würden uns über weitere Anrufe freuen”, erklärt Luisa Winterberg. Die Hotline des Pflegestützpunktes unter 02161/25 67 25 steht darüber hinaus auch für Beratungsgespräche zur Verfügung. Ein Anruf genügt!

    Eine weitere Anlaufstelle ist das Freiwilligenzentrum der Caritas. Hier werden private Hilfsangebote koordiniert. Wer über die privat organisierte Nachbarschaftshilfe hinaus Unterstützung anbieten möchte, kann montags, mittwochs und freitags jeweils von 9:00 bis 14:00 Uhr unter der Rufnummer 02166/40 207 oder per Mail an fwz-mg@caritas-mg.de Kontakt aufnehmen. Den privaten Helferorganisationen steht das Freiwilligen Zentrum auch beratend zu allen Fragen rund ums Thema Ehrenamt zur Seite.

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  • 3-Monatiges Betretungsverbot für Dealer am Mönchengladbacher Hauptbahnhof

    3-Monatiges Betretungsverbot für Dealer am Mönchengladbacher Hauptbahnhof

    Ein 31-jähriger Mann wurde am Sonntagabend (5. April) um 19.55 Uhr vor dem Mönchengladbacher Hauptbahnhof festgenommen, als er versuchte, Betäubungsmittel zu verkaufen.

    Das zuständige Kriminalkommissariat sprach gegen den 31-Jährigen ein dreimonatiges Betretungsverbot für den Bahnhof und Umgebung aus.

    Ein Zeuge meldete der Bundespolizei, dass ihm soeben von dem 31-Jährigen Heroin zum Kauf angeboten wurde. Die Beamten kontrollierten den vermutlichen Verkäufer und stellten 285 Euro in einer szenetypischen Stückelung sowie eine Feinwaage fest.

    Der 31-Jährige wurde für eine Durchsuchung mit zur Dienststelle genommen. Es konnten neun Einheiten Heroin in der Unterhose und ein Bubble im Mundraum aufgefunden werden. Zwei Einheiten versuchte er erfolglos, auf dem Weg zur Dienststelle zu vernichten.

    Während der Durchsuchung versuchte der Tatverdächtige, Tritte und Schläge gegen die eingesetzten Beamten der Bundespolizei zu richten. Die Beteiligten blieben unverletzt.

    Zuständigkeitshalber wurde der 31-Jährige an das Kriminalkommissariat des Polizeipräsidiums Mönchengladbach übergeben. Da der 31-Jährige polizeilich bereits mit ähnlich gelagerten Delikten aufgefallen war, spra-chen sie ihm ein Betretungsverbot für den Bereich im und um den Hauptbahnhof Mönchengladbach herum aus.

    Sollte der 31-Jährige gegen dieses Betretungsverbot verstoßen, muss er damit rechnen, dass er entweder für den Rest des Tages in Gewahrsam genommen wird oder einen Geldbetrag in dreistelliger Höhe zahlen muss. Dies gilt für jeden etwaigen Verstoß innerhalb dieser drei Monate.
    Wenn Zwangsgelder nicht bezahlt werden, wird im Normalfall eine Ersatzfreiheitsstrafe durch einen Richter angeordnet.
    (db/cw)

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  • „Ihre Kröten helfen uns aus Nöten“

    „Ihre Kröten helfen uns aus Nöten“

    Der Tiergarten Mönchengladbach ist wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Wann er wieder öffnen kann, ist nicht absehbar.

    Doch die hohen monatlichen Fixkosten für Futter, Pflege, Personal und Miete laufen weiter. Mit den ausbleibenden Besucherinnen und Besuchern fällt die Haupteinnahmequelle der gemeinnützigen Einrichtung weg: die Einnahmen aus dem Ticketverkauf. Der Tiergarten ist nun verstärkt auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

    “Viele Anfragen erreichen den Tiergarten jeden Tag und alle wollen helfen. Das ist toll und hilft uns! Auch wir sparen, wo wir können, verschieben unsere Umbaupläne und schicken Mitarbeiter in Kurzarbeit, an Stellen, an denen es möglich ist. Doch der Zoobetrieb kann nicht ruhen. Unsere Tiere benötigen weiterhin fachmännische Pflege und ausreichendes Futter”, so Tiergartenleiterin Dr. Katrin Ernst.

    Aus diesem Grund startet der Tiergarten eine besondere Spendenaktion: “Ihre Kröten helfen uns aus Nöten”. Die Spenden werden direkt für Futter und Versorgung der Tiere eingesetzt. Ab 100 Euro wird eine Spendenquittung ausgestellt. (Darunter reicht der Überweisungsbeleg als Nachweis.) Als Dankeschön für alle Spender verspricht die Tiergartenleiterin ein kleines Dankeschön: “Wer seine Adresse auf dem Überweisungsträger angibt, bekommt ein Band mit seinem Namen zugesandt. Als Symbol für das Band der Verbundenheit mit unseren Tieren. In Bronze ab 100 Euro, in Silber ab 500 Euro und in Gold ab 1.000 Euro”.

    Überweisungen bitte auf das Spendenkonto: IBAN: DE21 3105 0000 0000 0762 65 bei der Stadtsparkasse Mönchengladbach, SEIFT-BIG: MGLSDE33

    Zahlungsgrund: Spende

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  • Anmeldeergebnisse der Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien belegen den Bedarf an weiteren Gesamtschulplätzen

    Anmeldeergebnisse der Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien belegen den Bedarf an weiteren Gesamtschulplätzen

    Rund 2.345 (Vorjahr 2.234) Kinder wechseln in diesem Jahr von den Grundschulen an die weiterführenden Schulen.
    An den sechs Gesamtschulen der Stadt Mönchengladbach waren bereits im Februar 726 Kinder angenommen worden.
    Das bedeutet: Über 200 Kinder wurden abgewiesen, weil Politik nicht die Kraft hatte, weitere Klassen einzurichten.
    Dies ist jedoch an anderen Schulformen möglich, ein denkwürdiges Resultat der Schulpolitik.

    Vom 29. Februar bis 4. März konnten Eltern ihre Kinder an einer Hauptschule, einer Realschule oder einem Gymnasium anmelden.

    Insgesamt haben sich (Stand 2. April 2020) 1.529 (1.457 im Vorjahr) Kinder an den drei Schulformen angemeldet. Auf die Anmeldung von rund 70 Schülerinnen und Schüler wartet die Schulverwaltung noch. Die Anmeldeergebnisse wurden zwischen allen Beteiligten, Schuldezernent Dr. Gert Fischer mit dem Fachbereich Schule und Sport, den Schulleitungen, der Schulaufsicht, der Vorsitzenden des Schul- und Bildungsausschusses Petra Heinen-Dauber und den schulpolitischen Sprechern der Ratsfraktionen koordiniert und erörtert, um mögliche schulorganisatorische Maßnahmen, die sich aus den Zahlen ergeben, zu erkennen.

    Hier die Anmeldeergebnisse im Einzelnen:
    Hauptschulen
     An den sechs Mönchengladbacher Hauptschulen wurden bisher 205 (Vorjahr 242) Kinder angemeldet:
    Heinrich-Lersch: 38 (Vorjahr: 46)
    Neuwerk: 26 (Vorjahr: 36)
    Anna-Schiller-Schule, Rheindahlen: 28 (Vorjahr 44)
    Comenius-Schule: 41 (Vorjahr 43)
    Dohr: 48 (Vorjahr: 45)
    Kirschhecke: 24 (Vorjahr: 28)
    Schulorganisatorische Maßnahmen sind nicht notwendig.

    Realschulen
    An den vier Realschulen haben sich insgesamt 449 Schülerinnen und
    Schüler angemeldet (Vorjahr 365):
    Geschwister Scholl Realschule: 90 Anmeldungen (Vorjahr 50)
    Realschule Volksgarten: 141 Anmeldungen (Vorjahr 135)
    Realschule an der Niers: 134 Anmeldungen (Vorjahr 102)
    Realschule Wickrath: 84 Anmeldungen (Vorjahr 78)
    Schulorganisatorische Maßnahmen:
    Die Realschule Volksgarten wird über die Regelzügigkeit von vier Klassen hinaus eine fünfte Eingangsklasse bilden.
    Die Geschwister-Scholl-Realschule wird über die Regelzügigkeit von zwei Klassen hinaus eine dritte Eingangsklasse bilden.
    Außerdem muss sie Kinder an eine andere Realschule verweisen.
    Die Eltern werden bis Ende dieser Woche schriftlich informiert.

    Gymnasien
    An den neun Mönchengladbacher Gymnasien haben sich 875 Kinder (Vorjahr 850) angemeldet:
    Am Geroweiher: 92 Anmeldungen (Vorjahr 85)
    Math. Nath. Gymnasium: 99 Anmeldungen (Vorjahr 94)
    Rheindahlen: 79 Anmeldungen (Vorjahr 63)
    Stift. Hum. Gymnasium: 81 Anmeldungen (Vorjahr 86)
    An der Gartenstraße: 116 Anmeldungen (Vorjahr 119)
    Franz-Meyers: 90 Anmeldungen (Vorjahr 83)
    Hugo-Junkers: 78 Anmeldungen (Vorjahr 86)
    Odenkirchen: 98 Anmeldungen (Vorjahr 102)
    Bischöfliche Marienschule: 142 Anmeldungen (Vorjahr 132) Schulorganisatorische Maßnahmen:
    Das Gymnasium an der Gartenstraße wird über die Regelzügigkeit von drei Klassen hinaus eine vierte Eingangsklasse bilden.

    Die Eltern der angemeldeten Kinder werden bis zum Ende der Woche die Aufnahmebescheide der entsprechenden Schulen in der Post haben.

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  • Zwei Bewohnerinnen des St. Antonius Altenheimes verstorben

    Zwei Bewohnerinnen des St. Antonius Altenheimes verstorben

    Die Zahl der im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorbenen Personen ist auf fünf gestiegen.

    Zwei Bewohnerinnen des St.Antonius Altenheimes in Wickrath im Alter von 90 und 98 Jahren sind gestern im Altenheim verstorben.
    In der vergangenen Woche wurde bekannt, dass zwei Mitarbeiter dieses Altenheimes mit dem Coronavirus infiziert waren.
    Alle 34 Bewohner des Wohnbereiches, in dem die beiden Mitarbeiter zu tun hatten, wurden daraufhin getestet.
    Das bisherige Ergebnis: 26 Personen sind positiv getestet, obwohl einige von ihnen keine typischen Symptome aufwiesen.
    Bei zwei Personen liegt ein negatives Ergebnis vor, und von weiteren sechs getesteten Personen stehen die Testergebnisse noch aus.

    Nach Bekanntwerden des ersten Falls ordnete das Gesundheitsamt an, diesen Wohnbereich komplett zu isolieren.
    Die Angehörigen sind über die Situation informiert. Heimleitung, Heimaufsicht und das Gesundheitsamt stehen im ständigen Kontakt.

    Die Stadt hat heute vor Ort die ordnungsgemäße Umsetzung der Isolierungsmassnahme überprüft.
    Die entsprechenden Schutzmaßnahmen nach dem Infektionsschutzgesetz werden eingehalten.

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  • Wie die AWO Mönchengladbach bei „Corona-Stress“ in Familien hilft!

    Wie die AWO Mönchengladbach bei „Corona-Stress“ in Familien hilft!

    Zu Hause leben, arbeiten, Kinder betreuen und unterrichten – viele Eltern fühlen sich derzeit überfordert.

    Die AWO-Fachkräfte helfen Eltern am Telefon und auch weiterhin „Face to Face“, wie man in diesen Tagen mit Angst, Streit und Stress umgeht.

    Das Kontaktverbot und die damit einhergehende Isolation ist derzeit für viele Familien und Beziehungen ein Stresstest. Die AWO Sozialarbeiterin Maren Kötter kennt die Probleme, die derzeit viele Eltern haben. „Sportvereine haben ihren Betrieb eingestellt, Schwimmbäder sind geschlossen und auch auf den Spielplatz darf man nicht mehr. Der Kontakt zu den Großeltern ist wegen der Ansteckungsgefahr tabu. Das bedeutet, dass bei vielen Familien zu Hause der Lagerkoller entsteht, weil die Möglichkeiten fehlen, sich mal aus dem Weg zu gehen oder die Kinder zu beschäftigen.“ Vor allem Mütter, die sich nach wie vor vorrangig um die Betreuung der Kinder kümmern, sind herausgefordert und mit Alltagssituationen überlastet. „Elternteile, die gerade den Tag nicht gut herumbekommen, denen Homeschooling, Homeoffice, Haushalt und die Angst um das „Corona Virus“ über den Kopf wachsen, können uns gerne anrufen und uns ihre Sorgen, Nöte und Ängste mitteilen,“ sagt Maren Kötter weiter. Insbesondere wenn nächste Woche die Osterferien starten und dadurch die Aufgaben wegfallen, die die Schulen den Kindern bereitstellen, ist zumindest ein fester „Tagesordnungspunkt“ für viele Familien gestrichen. „Langeweile ist vorprogrammiert. Die Unzufriedenheit könnte noch mehr steigen und das könnte für noch mehr Konfliktpotential sorgen“, so die Sozialarbeiterin der AWO.

    Die drei Vollzeit-Fachkräfte der Erziehungsberatungsstelle der AWO sind aber auch während der „Corona Krise“ auf der Brandenberger Straße 7 in Mönchengladbach anzutreffen. „Wir beraten Eltern mit Problemen natürlich weiterhin hier vor Ort, unter Berücksichtigung der nötigen Hygienevorschriften. Wir stehen aber auch per Video-Telefonie mit Kundinnen und Kunden in Kontakt. Denn manchmal ist es wichtig, einfach mal ein anderes Gesicht zu sehen,“ so Kötter weiter.

    Das Angebot der Erziehungsberatungsstelle richtet sich in diesen Tagen auch gezielt an Frauen, die häusliche Gewalt erleben. „Frauen, die derzeit nicht arbeiten gehen, sind ihren gewaltbereiten Beziehungspartnern „24/7“ ausgeliefert. Gerade diesen Frauen möchten wir sagen: wir helfen Euch! Schreibt uns gerne auch eine E-Mail. Das ist diskreter als ein Anruf“, weiß Maren Kötter von der AWO.

    Auch die Fachkräfte der „Ambulanten Erziehungshilfen“ der AWO, in Mönchengladbach und Dormagen, sind nach wie vor im Einsatz. „Für viele Kinder sind die Ausgangsbeschränkungen eine Katastrophe. Weil Kitas, Schulen und Freizeiteinrichtungen für Kinder nicht systemrelevanter Berufsgruppen geschlossen sind, fallen Orte weg, an denen Gewalt und Missbrauch an Kindern entdeckt werden können“, sagt Simon Kölling, der Leiter der Ambulanten Erziehungshilfen der AWO. Er und sein Team betreut Familien, in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt der Stadt Mönchengladbach, die ganz intensive Unterstützung benötigen. „Wir haben die Hausbesuche zwar auf das Nötigste beschränkt, wir müssen aber trotzdem sicher gehen, dass es den Kindern gut geht und sie gut versorgt sind. Deshalb bieten wir den Kundinnen und Kunden an, gemeinsam spazieren zu gehen, mit Video zu telefonieren oder uns Fotos per Direktnachricht zu schicken.“

    Allgemein stellt Simon Kölling aber fest, dass viele Familien, die Erziehungshilfen durch die AWO bekommen, mehr Bedarf haben, sich auszutauschen. „Wir sind auf deren Wunsch nahezu täglich mit einigen Familien in Kontakt. Das zeigt uns, dass die Familien uns vertrauen. Wir helfen ihnen zum Beispiel den Tag zu strukturieren, damit nicht von morgens bis abends der Fernseher läuft.“

    Gut angenommen werden auch die „#wirbleibenzuhause-Tipps gegen Langeweile“, die die Fachkräfte aus den Kitas und „OGS“ gerade auf den Social-Media-Kanälen der AWO veröffentlichen, so Kölling weiter.

    Das kostenlose Krisentelefon der AWO hat die Telefonnummer 02166/399 67 300. Per E-Mail ist die AWO Sozialarbeiterin Maren Kötter unter mkoetter@awo.mg erreichbar.
    Die Erziehungsberatungsstelle ist montags bis donnerstags von 8:30 Uhr bis 17 Uhr besetzt. Freitags von 8:30 Uhr bis 13:00 Uhr.
    Bei unaufschiebbaren Notfällen stehen die AWO Kolleginnen und Kollegen auch außerhalb dieser Zeiten zur Verfügung.

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  • Polizist schenkt Flüchtling eine Klarinette

    Polizist schenkt Flüchtling eine Klarinette

    Mit einer Klarinette aus dem Keller von Polizeikommissar Lukas Brings machte Polizeihauptkommissar Heiko Lammertz am Donnerstag, 2. April, einen jungen irakischen Flüchtling überglücklich.

    Dem Flüchtling war in der Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Gelände des ehemaligen JHQ in Mönchengladbach sein eigenes Instrument bei einem Einbruch in seinen Spind gestohlen worden.

    Polizeihauptkommissar Heiko Lammertz und Polizeikommissar Yannik Klaps nahmen den Sachverhalt vor Ort auf. Ein Sozialarbeiter übersetzte. “Auch ohne eine Übersetzung war dem jungen Mann anzumerken, wie traurig er war. Über den Verlust des Instruments war er erschüttert”, erzählt Heiko Lammertz.
    Er erklärt: “Ich weiß aus den Erfahrungen in Krisen- und Kriegsgebieten wie wichtig in vielen Kulturen die Musik ist. Meist werden in den Texten und Gedichten zur Musik Gefühle, Erlebtes und Sehnsüchte verarbeitet. Die Musik ist oft das letzte Band zu der Familie in der Ferne.”

    Auch Kisra Said Hassan schreibt selber Lieder und Texte. Er beherrscht mehrere Instrumente. Unter anderem spielte er in seiner Heimat viel auf der arabischen Version der Klarinette. Nach seiner Flucht bekam er eine Klarinette. Mit ihr übte er viel, da das Blasinstrument etwas anders zu spielen ist, als die arabische Variante. Er sagte, er sei so traurig über den Verlust gewesen, dass er am selben Abend noch mit einem Freund aus dem Irak darüber sprechen musste.

    Da Heiko Lammertz und Yannik Klaps der 29-jährige Iraker sehr leid tat, fragten sie kurzerhand im Kollegenkreis und über die sozialen Netzwerke rum, ob jemand eine Klarinette abzugeben hat. Als Lukas Brings den Aufruf bei Facebook sah, fiel ihm die Klarinette seiner Ex-Freundin ein, die in seinem Keller Staub ansetzte. Kurzerhand rief er die Ex-Freundin an und schnell war klar: Die Klarinette ist woanders besser aufgehoben als in dem dunklen Kellerraum.

    Weder der Sozialarbeiter noch Kisra Said Hassan konnten es glauben, dass die Polizisten eine Klarinette organisiert hatten. Überglücklich nahm der 29-Jährige das Instrument gestern vor dem Polizeipräsidium an der Krefelder Straße entgegen.
    (km)

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