Seit
fünf Jahren begleiten ehrenamtliche Familienpaten in der Pfarre Sankt Vitus und
an der Katholischen Grundschule Untereicken junge Familien. Die Erfahrungen sind
äußerst positiv. Jetzt suchen die Pfarre, die ÖJE (Ökumenische Jugendarbeit
Eicken e.V.) und der Caritasverband weitere Paten.
Sie
haben schon gemeinsam den Tiergarten besucht und auf dem Abenteuerspielplatz
getobt, sie waren Eis essen und shoppen im Minto. Sie erledigen die
Hausaufgaben gemeinsam, wenn es sich ergibt, und Quatsch machen sie besonders
gern zusammen. Und sie sprechen ganz viel miteinander: über die Familie, über
die Schule, über alles Mögliche. „Ich bin immer neugierig, was wir machen, wenn
du kommst“, sagt die zehnjährige Leonida zu Ingrid Flachsenberg, und die
ehrenamtliche Familienpatin lächelt und nickt.
Vor
vier Jahren ist Leonida mit ihrer Familie aus Albanien nach Deutschland
gekommen. Sie ist das älteste von vier Kindern, erst vor einigen Wochen hat
ihre Mutter Line Toma den kleinen Orjeli zur Welt gebracht. Leonida besucht die
Katholische Grundschule Untereicken, bald kommt sie in die vierte Klasse.
Ingrid Flachsenberg ist seit rund zweieinhalb Jahren Familienpatin, eine von mehr
als 30 ehrenamtlich Engagierten, die in der Pfarre Sankt Vitus und an der
Grundschule Kinder und deren Familien begleiten. Flachsenberg will mit ihrem
Engagement aktiv etwas für die Integration tun: „Es geht doch nicht, dass wir
mit vielen Migranten in einem Land leben und aneinander vorbeigehen. Gerade für
Kinder ist es ganz wichtig, dass sie sich willkommen fühlen“, sagt die
Lehrerin, die an einer Privatschule unterrichtet.
Seit
knapp zwei Jahren kennen sich Ingrid Flachsenberg und Leonida. „Am Anfang war
sie sehr zurückhaltend, aber dann hat sie Vertrauen gefasst und sich geöffnet“,
erzählt die Familienpatin. Sie unternimmt Dinge mit Leonida, die dem Mädchen
Spaß machen – und ihr selbst auch. „Ich möchte, dass sie ein gutes
Selbstvertrauen bekommt“, sagt Flachsenberg. Was hat Leonida am besten
gefallen? Schwierige Frage. „Ich finde alles gut mit Ingrid“, sagt die
Zehnjährige. Dann fällt ihr ein: „Ich war vorher noch nie im Kino.“ Zusammen
haben sie Winnie Puuh und Mary Poppins gesehen.
Seit
fünf Jahren gibt es das Familienpaten-Projekt der Pfarre Sankt Vitus in
Kooperation mit dem Caritasverband Region Mönchengladbach. Die ehrenamtlichen
Paten entlasten die Familien, sie sind Ansprechpartner, Begleiter, Helfer und
Vertrauenspersonen. „Sie schenken ihre Zeit und geben etwas weiter“, bringt es
Annika Beines von der ÖJE auf den Punkt. Während sich das Projekt der Pfarre
auf Familien mit Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren konzentriert, nimmt
das Patenprojekt „Miteinander“ der ÖJE Kinder an der Kath. Grundschule
Untereicken in den Blick.
„Die
bisherigen Erfahrungen sind sehr positiv. Deshalb möchten wir unser Angebot nun
noch weiter ausbauen und suchen weitere Patinnen und Paten“, sagt
Gemeindereferent Wolfgang Mahn. Interessenten sollten zwei bis drei Stunden
Zeit pro Woche für eine Familie haben und über Erfahrungen mit Kindern
verfügen. Vor ihrem Einsatz werden die angehenden Paten geschult, erläutert
Walburga Iseken vom Caritasverband. Themen der mehrteiligen Qualifizierung sind
beispielsweise eine Präventionsschulung, Kommunikation und Gesprächsführung
oder rechtliche Fragen. „Die Schulung ist sehr interessant, ich habe davon auch
persönlich profitiert“, erklärt Ingrid Flachsenberg.
Überhaupt
sei die Patenschaft eine „richtig gute Sache“, findet sie. Das sieht auch
Leonida so. Von ihrer Zukunft hat die Zehnjährige schon konkrete Vorstellungen:
Sie möchte einmal Ärztin werden, um anderen zu helfen.
Ein Informationsabend für Interessenten findet statt am Mittwoch, 12. Juni, um 19.30 Uhr im Marienheim, Marienkirchstr. 4, 41061 Mönchengladbach.
Für Fragen steht Wolfgang Mahn unter Tel. 02161-24887015 oder per E-Mail an wolfgang.mahn@pfarre-sankt-vitus.de zur Verfügung.
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