Autor: Harald Wendler

  • CDU-Eigenlob

    CDU-Eigenlob

    Thema: Einführung der Rolltonne in Mönchengladbach

    Der mags Verwaltungsrat erhielt in seiner Sitzung im Mai 2018 auch auf Druck der Öffentlichkeit den Auftrag, weitere Gebühren-Modelle zu erarbeiten.
    Das hat er getan, in der Sitzung am gestrigen Donnerstag kreierte er eine Variante mit  Zweiteilung in einen haushaltsbezogenen Grundpreis und einen Leistungspreis.
    Genaues wurde nicht bekannt gegeben, erst soll der Stadtrat darüber entscheiden.

    Aber dieses tolle Modell kann man ja schon mal in die öffentliche Diskussion geben, glauben wohl mags und CDU.
    Und da es so prima erscheint, es sagt zwar noch gar nichts aus, schickt die CDU eine überschwängliche Mitteilung hinterher:
    Die CDU-Ratsfraktion begrüßt die gestrige Entscheidung des mags-Verwaltungsrates für eine zweiteilige und haushaltsbezogene Gebührenkalkulation mit Grundpreis und Leistungspreis.
    Unterschrieben hat diese Meldung der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Hans Peter Schlegelmilch.
    Er ist gleichzeitig stellv. Mitglied in eben diesem mags-Verwaltungsrat, hat also sicher an dem Modell mitgearbeitet, welches er nun lautstark als Politiker der CDU anpreist.
    Eigenlob riecht nach Müll.

    Wichtig: der Aufsichtsrat der mags setzt sich mehrheitlich aus Politikern des Stadtrates der Groko zusammen:
    Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners, Markus Heynckes, Martin Heinen, Felix Heinrichs, Joachim Roeske, Ralf Horst, Andrea Koczelnik, Frank Eibenberger, Andreas Wurff, Rohat Yildirim, Fred Hendricks, Dr. Gerd Brenner, Reiner Gutowski, Christoph Nießen, Erika Gils, Horst-Peter Vennen, Dr. Gregor Bonin, Eugen Viehof, Petra-Ingeborg Heinen-Dauber, Annette Bonin und jeweils ein Stellvertreter.

    Dies zeigt sehr klar, wie eine Abstimmung über diesen Punkt im Rat der Stadt ausgehen wird.

    Information diesbezüglich am Rande:
    Damit dieses Modell umgesetzt werden kann, muss die Anzahl der Haushalte pro Grundstück bei den Hauseigentümern abgefragt werden.
    Erst danach können die konkreten Gebühren für die einzelnen Grundstücke ermittelt werden, sagt die mags.
    Darüber hinaus wird empfohlen, Behälter mit Füllstandsmarkierungen einzusetzen, so dass künftig nur das passgenaue Volumen abgerechnet wird.
    Ein Drei-Personen Haushalt mit Biotonne hat beispielsweise einen Mindestbedarf von 90 Liter Restmüll bei zweiwöchentlicher Leerung. In diesem Fall würde eine 120-Liter Tonne mit Markierung bei 90-Liter zur Verfügung gestellt.
    Über die Abfallgebührensatzung wird zum Ende des Jahres entschieden.

    Und noch etwas:
    CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Hans Peter Schlegelmilch erklärt weiter:

    „ Ebenso freue ich mich über die klaren Worte der Bezirksregierung. Es ist gut und wichtig, dass auch sie nochmals auf den Zusammenhang zwischen Müllaufkommen in der Stadt und Mindestvolumen eingeht. Als Aufsichtsbehörde bestätigt sie damit nachdrücklich, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden“.

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  • Durch Beschlusschaos der GroKo – Finger: NEW-Kunden stehen weiter im Regen

    Durch Beschlusschaos der GroKo – Finger: NEW-Kunden stehen weiter im Regen

    An vielen Stellen in der Stadt sieht man, dass sich zum Fahrplanwechsel am 15. Juli einiges ändert.
    Nicht so im Bereich Hindenburgstraße/Steinmetzstraße.
    Durch die Hängepartie der GroKo zum Busverkehr auf der Hindenburgstraße werden die NEW-Kunden hier weiter im Regen stehen gelassen.

    Beginnend mit der Bezirksvertretungssitzung am 21. Februar wollten Verwaltung und GroKo ihre Pläne auf den Weg bringen: Der Versuch, die Busse auf der Hindenburgstraße nur noch bergauf fahren zu lassen und sie bergab über die
    Steinmetzstraße zu führen, sollte entgegen dem Ergebnis des Gutachtens zur endgültigen Regelung werden.

    Um dem Protest anderer Fraktionen, aber auch vieler Bürger, Einzelhändler und zuletzt auch der Altstadtwirte ein wenig Wind aus den Segeln zu nehmen, beschloss die GroKo in der Bezirksvertretung Nord, aber als Empfehlung an den zuständigen Bauausschuss und Voraussetzung ihrer Zustimmung, zusätzlich einen Maßnahmenkatalog mit 14 Punkten, die die negativen Folgen dieser Verkehrsführung abmildern sollten. Diesem wurde der Beschluss aber gar nicht vorgelegt. Immerhin erklärte die Verwaltung, dass die Maßnahmen geprüft und ggf. zur weiteren Beschlussfassung vorgelegt würden.

    „Da die Verwaltung das bisher nicht abgearbeitet hat und die Gremien nicht wieder befasst wurden, bekommen die Fahrgäste jetzt die Quittung. Nach dem Fahrplanwechsel Mitte Juli stehen die NEW Kunden weiter im Regen: Keine
    Unterstell- oder Sitzmöglichkeiten beim Warten auf den Bus, denn provisorische Haltestellen werden nicht entsprechend ausgestattet“, ärgert sich Fraktionsvorsitzende Nicole Finger.

    „Die FDP“, so Finger weiter, „ist weiterhin dafür, zur alten Regelung mit beiderseitigem Busverkehr auf der Hindenburgstraße zurückzukehren. Dass bisher kein Ergebnis vorliegt, bestätigt uns auch in der Einschätzung, dass der 14-Punkte-Katalog der GroKo in weiten Teilen unrealistisch und in sich widersprüchlich ist und in entscheidenden Punkten gar nicht umgesetzt werden kann. Man kann nicht von der Viersener Straße bis zur Bismarckstraße die durchgängige Vierspurigkeit der Steinmetzstraße wiederherstellen und gleichzeitig zwischen MINTO und Hauptbahnhof die fehlende Haltestelle schaffen. Erst recht kann man nicht eine bessere Taktung der Busse erreichen, wenn man gleichzeitig zugunsten des Autoverkehrs auf die dafür neu geschaffenen Busspuren verzichten will. Dass die
    Bürger aber nach der quälend langen, 2016 begonnenen Testphase, mit dieser Hängepartie von GroKo und Verwaltung weiter auf eine klare Entscheidung und eine ordentliche Ausstattung der Haltestellen mit Wartehäuschen und elektronischen Fahrgastinformationen warten müssen, ist für die Betroffenen mehr als ärgerlich und für die Mehrheitsfraktionen und die zuständige Bauverwaltung peinlich .
    Offensichtlich will niemand der Erste sein, der erklären muss, dass die GroKo mit diesen Beschlüssen, um es allen wenigstens halbwegs recht zu machen, die Fakten ignoriert und sich völlig verrannt hat“.

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  • Malteser raten: Das gehört in Ihre Reiseapotheke

    Malteser raten: Das gehört in Ihre Reiseapotheke

    Es ist 36 Grad warm, blauer Himmel, Sonnenschein. Alle sind in Urlaubsstimmung. Nur Sie nicht. Sie stehen in einer Apotheke. Mit der Übersetzungs-App des Smartphones versuchen Sie, ein passendes Medikament für Ihren Partner zu kaufen. Denn der liegt mit Fieber im Ferienhaus. Nach langem Hin und Her, mit Gesten und Worten in einer fremden Sprache, haben Sie es endlich geschafft. Das könnten Sie auch einfacher haben – mit einer sinnvollen Reiseapotheke.

    „Eine Reiseapotheke ist vorteilhaft“, sagt Dr. Rainer Löb, Bundesarzt des Malteser Hilfsdienst e.V. „Selbst wenn Sie Ihren Urlaub in einem Ort verbringen, wo es eine Apotheke gibt. Die Reiseapotheke erspart Ihnen Zeit und Nerven und Sie haben garantiert das richtige und wirksame Medikament dabei. Beipackzettel in fremden Sprachen helfen auch nur wenig. Beratung und Produkte erhalten Sie zuhause auch in jeder Apotheke“.

    Zu den typischen Urlaubserkrankungen zählen Übelkeit, Sonnenbrand, Durchfall, Verstopfung, Erkältung, allergische Reaktionen, Prellungen und Zerrungen, Infektionen, Schmerzen und Fieber.

    Was gehört in die Reise-Apotheke?

     Art und Umfang der Reiseapotheke sind abhängig von Reisedauer und –ziel, aber auch persönlichen Bedürfnissen/Besonderheiten/Erkrankungen. Empfehlenswert ist z.B.

    • Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor
    • Verbandszeug wie Pflaster, sterile Kompressen, Mullbinden, Schere, Einmalhandschuhe, Fieberthermometer
    • alle Medikamente, die Sie regelmäßig einnehmen
    • von Ihnen vertragene Schmerzmittel (z. B. Ibuprofen oder Paracetamol)
    • Mittel gegen Reiseübelkeit (z. B. Dimenhydrinat)
    • Mittel gegen Durchfall (Pulver mit Elektrolyten, ggf. Loperamid)
    • Mücken- und Zeckenschutz (Repellentien)
    • Ggf. Mittel gegen Allergien und Augentropfen
    • Gel gegen den Juckreiz bei Insektenstichen
    • kühlende Salbe bei Sonnenbrand, lindernde Salbe bei Verstauchungen/Entzündungen
    • ggf. Hals-Lutschtabletten

    „Wenn Kinder mitfahren, denken Sie daran, dass manche Medikamente, z.B. Schmerzmittel und Mittel gegen Erbrechen/Durchfall speziell für Kinder geeignet sein müssen“, rät Dr. Löb von den Maltesern. „Führen Sie Ihre Reiseapotheke im Handgepäck mit, denn so mancher Koffer gelangt nicht ans Ziel. Achten Sie dabei auf die Vorschriften für Medikamente im Handgepäck, z. B. auf der Internetseite Ihrer Fluggesellschaft.“

    Bei langen Flugreisen oder Fahrten mit wenig Beinfreiheit sollten Reisende ggf. Thrombosen vorbeugen, raten die Malteser. Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Fernreisezielen sollten ihre Reisepläne unter Umständen vorab mit dem Hausarzt besprechen. „Manchmal sind vor der Reise Impfungen erforderlich oder sinnvoll – und wenn sich nach Ihrer Rückkehr ungewöhnliche Symptome wie z. B. Fieber einstellen, sollten Sie ebenfalls ihren Hausarzt aufsuchen“, sagt Dr. Löb.

    Christlich und engagiert: Die Malteser setzen sich für Bedürftige ein. Hilfe für mehr als zwölf Millionen Menschen pro Jahr weltweit • 80.000 Engagierte in Ehren- und Hauptamt • an 700 Orten • 1 Mio. Förderer und Mitglieder

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  • Neuer Rundwanderweg um Haus Horst ist fertig

    Neuer Rundwanderweg um Haus Horst ist fertig

    mags ist pünktlich mit den Wegebauarbeiten rund um Haus Horst fertig geworden.
    Dort wurde in den vergangenen Wochen der stark beschädigte Pflasterweg durch einen wassergebundenen Wanderweg ersetzt. „Die neue Oberfläche hat den Vorteil, dass sie nicht durch Baumwurzeln beschädigt werden kann und dadurch keine neuen Stolperfallen für Spaziergänger entstehen“, sagt mags-Förster Werner Stops.

    Der neue Weg kann ab sofort genutzt werden und auch der Waldparkplatz “Haus Horst“ steht wieder komplett zur Verfügung.

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  • Die Mönchengladbacher Baustellen in der Ferienzeit

    Die Mönchengladbacher Baustellen in der Ferienzeit

    Wie in jedem Jahr werden die in der nächsten Woche beginnenden Sommerferien genutzt, auf mehreren Hauptverkehrsachsen dringend notwendige Bau- und Sanierungsarbeiten durchzuführen.
    Durch das in den Ferien bedeutend geringere Verkehrsaufkommen, können die durch Sperrungen entstehenden Beeinträchtigungen für den Individualverkehr und den ÖPNV erheblich reduziert werden.

    Folgenden Maßnahmen sind derzeit geplant:

    Bahnstraße Höhe Kaufland; Kanalanschluss für “Kaufland”
    Einbahnregelung von Engelsholt in Fahrtrichtung Monschauer Straße
    Einseitige Umleitung über Monschauer Straße
    Baubeginn: 16.07.18 Dauer ca. 3 Tage

    Blumenberger / Markgrafen- /Landgrafen-/Bahnstraße
    Erneuerung des Deckenüberzugs
    Vollsperrung des gesamten Kreuzungsbereichs
    Umleitung  in beide Richtungen über Monschauer Straße- Aachener Straße – Hittastraße
    Baubeginn: 16.07.18 Dauer ca. 3 Wochen

    Dahlener Straße zwischen Urftstraße und Eisenbahnstraße
    Erneuerung Deckenüberzug Einspurige Verkehrsführung
    Baubeginn: 16.07.18 Dauer: ca. 2 Wochen

    Konradstraße zwischen Ohlerfeldstraße und Am Ohler Friedhof
    Erneuerung des Deckenüberzugs
    Einbahnregelung von Ohlerfeldstraße in Fahrtrichtung Am Ohler Friedhof
    Umleitung über Seilerweg, Landscheidung, Entenweide und Ohlerfeldstraße
    Baubeginn: 16.07.18 Dauer ca. 2 Wochen

    Mülforter Straße zwischen Dömgesstraße und Dionysiusstraße
    Erneuerung des Deckenüberzugs
    Umleitung in beide Richtungen über Zoppenbroicher Straße, Zoppenbroich, Friedensstraße, Stockholtweg, Schlachthofstraße, Duvenstraße
    Bauzeit 30.07.-13.08.18

    Mülforter Straße zwischen Ahren und Kruchenstraße Erneuerung des Deckenüberzugs Umleitung in beide Richtungen über Zoppenbroicher Straße, Zoppenbroich, Friedensstraße, Stockholtweg, Schlachthofstraße, Duvenstraße
    Bauzeit 13.08. -27.08.18

    Ritterstraße (Niers)
    Brückenbauarbeiten
    Vollsperrung in beide Fahrtrichtungen
    Umleitung in beide Richtungen über Dohlerstraße, Grevenbroicher Straße, Erzbergerstraße, Korschenbroicher Straße, Rochusstraße und L 31
    Baubeginn: 16.07.18 Dauer ca. 1 Woche

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  • Generalintendant Michael Grosse verlängert bis 2025

    Generalintendant Michael Grosse verlängert bis 2025

    Michael Grosse bleibt bis mindestens 2025 am Niederrhein: Der 56-Jährige hat seinen Vertrag als Generalintendant und Geschäftsführer des Theaters Krefeld und Mönchengladbach vorzeitig bis zum 31. Juli 2025 verlängert.

    Am Rande der gestrigen Aufsichtsratssitzung der gemeinnützigen Theater-GmbH unterzeichneten Oberbürgermeister Hans  Wilhelm Reiners und der Krefelder Kulturbeauftragte Jürgen Sauerland-Freer für den erkrankten OB Frank Meyer das neue Arbeitspapier.

    “Michael Grosse ist das Gesicht unseres Theaters. Er hat in den vergangenen acht Jahren gemeinsam mit seinem Team nicht nur künstlerisch wichtige Akzente gesetzt – er hat das Theater auch neu in der Zivilgesellschaft unserer Städte verankert. Als unermüdlicher Netzwerker und kluger Organisator ist seine Arbeit vor und hinter den Kulissen ungeheuer wertvoll”, erklärte Frank Meyer, der zurzeit auch als Aufsichtsratsvorsitzender der Theater-gGmbH fungiert.

    Sein Mönchengladbacher Amtskollege Hans Wilhelm Reiners betonte: “Michael Grosse bleibt uns auch zukünftig  erhalten, und das ist gut so. Er hat seit Beginn seiner Intendanz hervorragende, künstlerisch anspruchsvolle Arbeit geleistet und am Erfolg des Theaters entscheidend mitgewirkt. Seine Vertragsverlängerung gibt dem Theater weitere Planungssicherheit, ebenso wie die Entscheidung des Aufsichtsrates und der Räte beider Städte, das Konzept ‚Theater mit Zukunft III‘ auf den Weg zu bringen. Dank der vom Land zugesagten finanziellen Förderung befindet sich die erfolgreiche Theaterehe in sehr gutem Fahrwasser.”

    Michael Grosse kam 2010 als neuer Intendant des damals noch städtischen Gemeinschaftstheaters an den Niederrhein. Gleich zu Beginn musste er die Umwandlung in eine gemeinnützige GmbH und eine Umbauspielzeit mit Ausweichspielstätte in Mönchengladbach bewältigen. Mit Hilfe des Konzepts “Theater mit Zukunft” gelang es ihm in enger Zusammenarbeit mit den beiden Städten, sein Haus langfristig finanziell abzusichern. Die bereits dritte Auflage von “Theater mit Zukunft” wurde im November 2017 beschlossen. Sie gibt dem Drei-Sparten-Theater mitsamt Niederrheinischen Sinfonikern und den 550 Mitarbeitern Planungssicherheit bis zum Jahr 2025 – genau so lange läuft auch der neue Intendantenvertrag.

    Mit einem Programm zwischen Anspruch und Unterhaltung haben Michael Grosse und sein Leitungsteam mit Geschäftsführer Michael Magyar, Schauspieldirektor Matthias Gehrt, Operndirektor Andreas Wendholz, Ballettdirektor Robert North und Generalmusikdirektor Mihkel Kütson die Auslastung des Theaters über die Jahre deutlich erhöht. Mit Stücken wie “The Rocky Horror Show”, dem Ballett “Carmina Burana”, dem Musical “My Fair Lady” oder zuletzt der Fußball-Revue “Wir sind Borussia” gelangen dem Theater große Publikumserfolge. Doch auch die kleine Form wird gepflegt: Mit der Reihe “Außereuropäisches Theater” gibt es in jeder Spielzeit eine Uraufführung aus einem anderen Land. Mit der “Orestie” war das Theater vor einigen Jahren in Zypern zu Gast, das Stück “Kein schöner Land” über die Flüchtlingskrise wurde zu einem Festival nach Israel eingeladen. Die Niederrheinischen Sinfoniker traten zuletzt an fünf Abenden beim Opernfestival Saaremaa in Estland auf. Darüber hinaus hat das Theater auch außerhalb des eigenen Spielplans mit Formaten wie der Kino-Sinfonie in Krefeld, dem Kulturmarkt in Mönchengladbach oder dem Benefiz-Musikfestival “Welcome Now” auf sich aufmerksam gemacht.

    Michael Grosse wurde 1961 als Sohn des bekannten Theater- und Filmschauspielers Herwart Grosse und der Schauspielerin Annemarie Hermann in Ost-Berlin geboren. Er studierte an der dortigen Ernst-Busch-Hochschule für Schauspielkunst und wurde 1991 Intendant des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters in Bautzen. Mit erst 29 Jahren war er damals der jüngste Theaterleiter der Republik. 1996 wechselte er ans Theater Altenburg-Gera und von dort im Jahr 2000 ans Schleswig-Holsteinische Landestheater. Als Regisseur kann er knapp 100 Inszenierungen vorweisen. In Krefeld und Mönchengladbach trat er vor allem in Soloabenden auf, etwa in “Ein Hochstapler erzählt” nach Thomas Mann, in Heinrich Heines “Deutschland. Ein Wintermärchen” und im Balladenabend “Die Macht des Gesanges”. Zudem übernimmt er auf der Bühne gerne kleine, feine Nebenrollen, zum Beispiel in Samuel Becketts “Glückliche Tage”.

    Michael Grosse ist verheiratet mit der Sängerin Gabriela Kuhn. Er hat drei Kinder und lebt in Krefeld-Bockum.

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  • KOS Mitarbeiter im Einsatz angegriffen

    Ein Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungs- und Servicedienstes (KOS) ist Opfer eines tätlichen Angriffes geworden. Der städtische Mitarbeiter wurde bei einem Einsatz in der Bergerstraße von einer männlichen Person zunächst massiv bedroht, die anschließend in einen PKW stieg und den Mitarbeiter gezielt anfuhr.

    Der Mitarbeiter des KOS konnte dem Wagen nicht mehr ausweichen und rollte sich über die A-Säule und Windschutzscheibe des Fahrzeuges ab. Der Fahrer setzte die Fahrt fort und flüchtete.
    Der städtische Mitarbeiter hat Verletzungen davon getragen und musste mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gefahren werden.
    Die Stadt als Arbeitgeber hat Anzeige gegen die Person erstattet und bietet dem betroffenen Mitarbeiter des KOS alle verfügbare Hilfe an, unter anderem  die verwaltungsinterne Psychosoziale Unterstützung. Die Stadt verurteilt diesen Angriff gegen den Mitarbeiter aufs Schärfste.
    Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners dazu: “Eine derartige Gewalt gegen einen städtischen Mitarbeiter kann einfach nicht geduldet werden und muss bestraft werden”.

    Zum Hergang: Der KOS wurde von einer Entsorgungsfirma hinzugezogen, die den Auftrag hatte, ein Grundstück im Mönchengladbacher Stadtgebiet von Müll zu befreien. Weil auch die Mitarbeiter der Entsorgungsfirma bereits von der Person bedroht wurden, schaltete sie den KOS ein.

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  • Worauf Schülerinnen und Schüler bei Ferienjobs achten sollten

    Worauf Schülerinnen und Schüler bei Ferienjobs achten sollten

    Die Sommerferien stehen vor der Tür – und viele Schülerinnen und Schüler suchen einen Ferienjob.
    Eigentlich eine gute Sache: Die Arbeit hilft, das Taschengeld aufzubessern und gewährt gleichzeitig Einblicke in die Arbeitswelt.
    Der DGB gibt Tipps, damit alles gut läuft!

    Ferienjobs gibt es in allen erdenklichen Branchen, und dabei gibt es durchaus auch gefährliche Arbeiten. Die sind aber für Kinder und Jugendliche tabu. „Im Jugendarbeitsschutzgesetz ist geregelt, unter welchen Bedingungen Kinder und Jugendliche arbeiten dürfen“, erklärt Sigrid Wolf, Geschäftsführerin der DGB-Region Düsseldorf-Bergisch Land.

    Ferienjobs müssen leichte Tätigkeiten sein: zum Beispiel Gartenarbeit, Zeitung austragen oder Botengänge. Schwere körperliche oder gefährliche Tätigkeiten sind für Jugendliche verboten. Auch mit Gefahrenstoffen hantieren oder Akkord arbeiten ist untersagt.
    Bis einschließlich dem 14. Lebensjahr ist arbeiten verboten.
    Aber: Wenn die Eltern zustimmen, dürfen Kinder ab 13 Jahre bis zu zwei, in der Landwirtschaft drei Stunden täglich zwischen 8 und 18 Uhr arbeiten.
    Wer zwischen 15 und 17 Jahre alt ist, gilt als Jugendlicher. Für sie gibt es beim Jobben in den Ferien weniger Einschränkungen.
    Schulpflichtige dürfen nicht länger als vier Wochen im Jahr in den Ferien jobben, denn die sind in erster Linie zur Erholung da.

    Für die tägliche Arbeitszeit gelten strenge Regeln

    Die Arbeitszeit von acht Stunden am Tag und 40 Stunden die Woche darf nicht überschritten werden, auch nicht der Arbeitszeitraum zwischen 6 bis 20 Uhr. Ausnahmen gelten für Schülerinnen und Schüler, die bereits 16 Jahre alt sind. Sie dürfen z.B. in Gaststätten bis 22 Uhr und in Mehrschicht-Betrieben bis 23 Uhr arbeiten, allerdings nicht an Wochenenden.
    Aber auch hier gibt es wieder Ausnahmen, wie zum Beispiel Sportveranstaltungen. Ebenso im Jugendarbeitsschutzgesetz geregelt sind die Ruhepausen von unter 18-Jährigen. Wer viereinhalb bis sechs Stunden am Tag arbeitet, hat Anspruch auf mindestens 30 Minuten Pause. Bei mehr als sechs Stunden sind es 60 Minuten.

    Wer älter ist als 18 Jahre, hat Anspruch auf den Mindestlohn

    Mit dem Mindestlohngesetz haben Ferienjobber, die älter als 18 Jahre sind, Anspruch auf 8,84 Euro je Stunde. Das gilt auch, wenn der Ferienjob als geringfügige Beschäftigung (bis zu 450 Euro/Monat) ausgeübt wird. Bei Geringfügigkeit dürfen maximal 51 Stunden im Monat gearbeitet werden.

    Für unter 18-Jährige ohne abgeschlossene Berufsausbildung gilt das Mindestlohngesetz hingegen nicht – eine gesetzliche Lücke, die vom DGB vehement kritisiert wird. Hier sollte man die Lohnhöhe ganz genau im Blick haben, wenn der Arbeitsvertrag unterzeichnet wird: „Auch Ferienjobs müssen fair bezahlt werden. Zwar sind keine Beiträge zur Sozialversicherung fällig, Steuern jedoch schon, wenn der Lohn über dem monatlichen Lohnsteuerfreibetrag von 750 Euro brutto liegt“, so Wolf. Dabei werden die Steuern normalerweise im nächsten Jahr erstattet, wenn man beim Finanzamt einen Antrag stellt. Dafür benötigt der Arbeitgeber in jedem Fall die elektronische Lohnsteuerkarte – auch die erhält man beim Finanzamt.

     Einen Ferienjob nie ohne schriftlichen Vertrag beginnen

    Auf jeden Fall sollte jede Schülerin und jeder Schüler nur mit einem Vertrag in der Hand einen Ferienjob beginnen. Der muss vorher abgeschlossen werden und ganz klar Aufgaben, Arbeitszeiten und den Lohn regeln.

    Und was passiert, wenn sich einer verletzt?
    Während des Ferienjobs sind Schülerinnen und Schüler bei der Unfallversicherung des Arbeitgebers versichert. Dieser Schutz beginnt ab dem ersten Arbeitstag und gilt auch für den Weg zur Arbeit und zurück nach Hause.

    Und wenn Arbeitgeber sich nicht an die Gesetze halten?
    Dann sollte man zusammen mit den Eltern was dagegen tun. Am besten wendet man sich in solchen Fällen an die Aufsichtsbehörden – in der Regel sind das örtliche Gewerbeaufsichtsämter oder die Ämter für Arbeitsschutz.

    Arbeitgeber, die gegen gesetzliche Bestimmungen verstoßen, müssen mit heftigen Geldbußen rechnen.

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  • Nachwuchs für den Sozialen Beruf bei der Stiftung Hephata

    Nachwuchs für den Sozialen Beruf bei der Stiftung Hephata

    Musikalische und emotionale Höhepunkte hatte die Abschlussfeier der Absolventinnen und Absolventen des Berufskollegs der Evangelischen Stiftung Hephata.

    116 Studierende haben ihren Abschluss geschafft und nahmen am Freitag ihre Zeugnisse von Schulleiter Karsten Bron entgegen. “Die Evangelische Stiftung ist froh wieder 116 Studierende erfolgreich in den sozialen Berufsbereich zu schicken”, sagte er in seiner Rede.

    Christian Dopheide, theologischer Vorstand: “Man findet in unserem Berufskolleg nicht nur klassische Bildung, sondern ein Wachstum der Persönlichkeiten. Ich bin dankbar, dass sich diese jungen Menschen entschlossen haben für eine inklusive Gesellschaft zu arbeiten.

    Melissa Pfalz (23), die ihren Abschluss als Heilerziehungspflegerin gemacht hat lobte den Zusammenhalt der Klassen und Klassenkameradin Louisa Hartel (26) “fand es schön in einem solchen Rahmen geehrt zu werden.”
    Beide werden der Evangelischen Stiftung treu bleiben und einen Job bei Hephata beginnen.

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  • Gülistan Yüksel stellt Seehofer als Innenmnister in Frage – ohne klare Antwort

    Gülistan Yüksel stellt Seehofer als Innenmnister in Frage – ohne klare Antwort

    „Ich lasse mich nicht von einer Kanzlerin entlassen, die nur wegen mir Kanzlerin ist.“ Diesen Satz von Horst Seehofer muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen.
    Nicht Seehofer hat Angela Merkel zur Bundeskanzlerin gemacht, sondern der Souverän in diesem Land: die Bürgerinnen und Bürger, die mit ihrer Stimmabgabe über das Kräfteverhältnis im Parlament entscheiden. Danach waren es die Abgeordneten, die die Kanzlerin gewählt haben – oder nicht.

    Nimmt man Seehofers Aussage und die „Frühaufführung des Sommertheaters“, wie unser Finanzminister Olaf Scholz das Schauspiel der CSU unlängst genannt hat, zusammen, wird schnell klar, welch Geistes Kind der Innenminister ist.

    Wenn am Ende dieser Darbietung ein dünnes Papier mit drei Punkten steht, muss die Frage erlaubt sein, ob Horst Seehofer als Innenminister noch tragbar ist.

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  • Am 15. Juli: Offener Sonntag im TextilTechnikum

    Am 15. Juli: Offener Sonntag im TextilTechnikum

    Im TextilTechnikum werden die Zeugnisse der textilen Vergangenheit Mönchengladbachs wieder lebendig. Eine einzigartige Maschinensammlung zeigt die Entwicklung der Technik vom Handwebstuhl bis zum modernsten Luftdüsen-Webautomaten.

    Das TextilTechnikum im Monforts Quartier 31 lädt am Sonntag, 15. Juli, von 13 bis 17 Uhr zur Besichtigung der historischen Ausstellung ein. Wie an jedem dritten Sonntag im Monat werden ausgewählte Maschinen vorgeführt. Diesmal stehen die Webstühle der Viersener Textilmaschinenfirma S. Lentz im Fokus der Führung. Dabei wird der Tuchwebstuhl Lentz HBS III in Betrieb genommen. Außerdem können die BesucherInnen sehen wie in früheren Jahrhunderten Flachs versponnen und Leinen gewebt wurde. Simone Friedrich und Textiltechniker Holger Hellwig zeigen, wie mechanische Webstühle die Technik revolutionierten und die Handweberei verdrängten.

    Darüber hinaus führt Bekleidungsingenieur Günther Kohtz das Umnähen der Rohware von Stoffen zu Handtüchern mit den Aufhängern “Gewebt im Museum Schloss Rheydt” vor. Seine Frau, Textilingenieurin Beate Kohtz, beherrscht seit den 90er Jahren die Gestaltung von Stoffmustern auf den frühen Mac PCs. Sie erläutert wie zum Beispiel Schottenkaros oder karierte Hemdenstoffe in der Frühzeit der Personal-Computer gestaltet wurden.

    Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro.

    Das TextilTechnikum ist montags bis freitags jeweils von 11 bis 15 Uhr geöffnet.

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  • Niersbrücke Ritterstraße: Brücke vom 16. bis 23. Juli vollständig gesperrt

    Als eine Maßnahme zur Umsetzung des LKW-Routenkonzeptes ist die Erneuerung der Straßenbrücke “Ritterstraße” über die Niers vorgesehen.

    “Die schon seit Jahren gewichtsbeschränkte Brücke wird durch ein neues Bauwerk ersetzt, welches dann den heutigen und auch den zukünftigen Anforderungen an eine moderne Infrastruktur entspricht”, sagt der Stadtdirektor und Technische Beigeordnete Dr. Gregor Bonin. “Sehr wichtig ist auch, dass wir bei dieser Baumaßnahme gleichzeitig einen Mehrwert für andere Mobilitätsarten schaffen. Hier verbessern wir die Querung der Ritterstraße für den parallel zur Niers verlaufenden Niers-Radwanderweg”.

    Dazu wird der Straßenquerschnitt im Bauwerksbereich um bis zu 3,50 m auf geweitet und die Richtungsfahrspuren werden durch eine Mittelinsel geteilt, sodass Fußgänger und Fahrradfahrer die Straße leichter überqueren können.

    Erst bei der Ausführung der ersten Baumaßnahmen konnte festgestellt werden, dass die Niers unter der Brücke verrohrt werden muss. Die erforderlichen Genehmigungen bei der Bezirksregierung Düsseldorf, dem Niersverband und der unteren Wasserbehörde wurden inzwischen eingeholt. Auch die wegen der Verzögerung notwendigen Nachtragsverhandlungen mit der ausführenden Baufirma sind jetzt abgeschlossen, so dass es mit dem Neubau nun weitergehen kann.

    Für die Verlegung der Rohre ist die Vollsperrung im Bereich der Brücke erforderlich. Aus diesem Grund wird die Ritterstraße vom 16. bis 23. Juli vollständig für den Fahrzeug und Busverkehr gesperrt. Eine Umleitung ist ausgeschildert.

    Die Stadt geht davon aus, dass die Baustelle jetzt ohne weitere größere Verzögerungen fortgeführt werden kann und dankt den Verkehrsteilnehmer für die bisher aufgebrachte Geduld.

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  • Falsche Polizisten bringen 86-Jährige um ihr Erspartes

    Falsche Polizisten bringen 86-Jährige um ihr Erspartes

    In der vergangenen Woche haben Trickbetrüger eine 86-jährige Rentnerin aus Lürrip mit der “Falsche-Polizisten-Masche” um ihr Erspartes gebracht. Die Seniorin wurde bereits am Sonntag, den 01.07.2018 von einem angeblichen Kriminalkommissar, der sich als Herr Bach vorstellte, angerufen.

    Dieser redete fast zwei Stunden auf die Dame ein und gab vor, dass die Polizei Einbrecher festgenommen habe und in deren Notizbuch notiert wäre, dass bei ihr ein Einbruch geplant sei. Der Anrufer meldete sich am Folgetag erneut und gaukelte der verunsicherten Seniorin vor, dass die Einbrecher nun ihre Bankdaten herausgefunden hätten und sie dringend ihr Guthaben vom Konto abheben und sicherheitshalber der Polizei übergeben sollte. Die Dame kam dieser Anweisung nach und deponierte einen fünfstelligen Bargeldbetrag absprachegemäß im Bereich ihrer Haustür. Dort holten die dreisten Betrüger das Bargeld in der Nacht zu Mittwoch ab. Die Täter ließen weiterhin nicht locker und der Anrufer “Herr Bach” kontaktierte die 86-Jährige am Mittwoch erneut. Er brachte die weiterhin gutgläubige und ängstliche Frau dazu, einen weiteren Betrag von ihrem Bankkonto abzuheben und per Eilbrief zu einer Anschrift in Siegen zu senden.

    Zuletzt meldete sich der falsche Polizist am Donnerstag bei der Dame und erklärte, dass nun bis zum 09.07.2018 abgewartet werden müsste, ob die Einbrecherbande wirklich bei ihr zuschlägt. Mit der Zeit kam der Dame diese ganze Verfahrensweise komisch vor und sie vertraute sich am Wochenende ihrer Tochter an, die sofort die richtige Polizei verständigte. Die Polizei warnt vor dieser Betrugsmasche, bei welcher die Täter gezielt ältere Menschen angehen. Die Polizei würde niemals so vorgehen und per Telefon die Herausgabe von Wertsachen fordern.

    Wir bitten darum, diese Masche bewusst mit der älteren Generation zu thematisieren, um diese zu sensibilisieren. Im Falle eines solchen Anrufs sollten Betroffene das Gespräch sofort beenden und über den Polizeinotruf 110 die richtige Polizei kontaktieren.
    (ha)

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  • Guter Rat muss nicht teuer sein

    Guter Rat muss nicht teuer sein

    Mit der Frage wie in NRW flächendeckend eine kompetente und kostengünstige Beratung für rechtssuchende Menschen sichergestellt werden kann, beschäftigt sich seit einiger Zeit der Arbeitskreis Recht der SPD-Landtagsfraktion NRW.
    Bei einem Expertengespräch im Haus Zoar diskutierten die rechtspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion und Rechtsanwältin Lisa Kapteinat MdL, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Juristen Folke große Deters, Sebastian Dreyer von der Verbraucherzentrale Mönchengladbach, Rechtspflegerin Larissa Fränzel und Rechtsanwältin Brigitte Nagel, stellvertretende Vorsitzende des Anwaltverein MG e.V. über dieses Thema.
    Diskutiert wurde über einfachere Sprache in Behördenbriefen, mehr Aufklärung, unseriöse Rechtsberatungsangebote und eine zugängliche, verlässliche und kostengünstige Erstberatung.

    „Guter Rat muss nicht teuer sein, insbesondere, wenn die Beratungsangebote vor Ort gut miteinander vernetzt sind.“, stellte der Moderator und SPD Landtagsabgeordnete Hans-Willi Körfges nach der Veranstaltung fest.

    Für Menschen, die rechtlichen Rat brauchen, gibt es in Mönchengladbach zahlreiche Angebote, u.a. eine regelmäßige kostenlose Beratungsmöglichkeit des Anwaltvereins, die von Frau Rechtsanwältin Nagel vorgestellt wurde.

    „Die Veranstaltung hat gezeigt, wie wichtig die Arbeit der Institutionen, Vereine und Verbände ist. Die Erfahrungen der Diskussionsteilnehmer machen deutlich an welchen Stellen die Probleme liegen. Wir wollen die Ergebnisse der Diskussion aufgreifen und ein Konzept erarbeiten, dass die niederschwellige Rechtsberatung stärkt und den Unsicherheiten bei Rechtsfragen begegnet. Es geht einerseits um die Vereinfachung von Antragsverfahren und der Sprache, aber auch um einen bildungspolitischen Ansatz, bei dem der Beratungsbedarf durch entsprechende Angebote in Schulen und für Erwachsene behoben werden kann.“, fasst Hans-Willi Körfges die Diskussion zusammen.

    Expertinnen und Experten nahmen zu Fragen aus dem Publikum Stellung, bei denen sich zeigte, dass der Bedarf ist groß ist und alle Lebensbereiche betrifft. Beispiele sind Verbraucherschutz, Datenrecht, Probleme am Arbeitsplatz und mit dem Mietverhältnis. Oft sind es auch Verständnisprobleme bei juristischen Zusammenhängen, bei denen Institutionen wie Anwaltvereine, Verbraucherzentralen und Sozialverbände helfen.

    Rechtpflegerin am Amtsgericht Larissa Fränzel über ihre Erfahrungen in der Rechtsantragsstelle: „Zu mir kommen ganz unterschiedliche Menschen. Was viele aber gemeinsam haben, ist ihre Verzweiflung und die Verunsicherung. Ich helfe oft einfach dabei Probleme einzuordnen und verweise dann auf die zuständigen Stellen. Die Sprache stellt dabei für viele eine Hürde dar. Wenn die Menschen mit Briefen zu mir kommen, erkläre ich häufig zunächst was sich hinter den Worten verbirgt. In den meisten Fällen sind die Probleme lösbar, wenn die Menschen die Vorgänge einordnen können und sie wissen, was sie tun müssen.“

    Auch der Bedarf an Rechtsberatung sei gestiegen, stellte Sebastian Dreyer, Leiter der Verbraucherzentrale Mönchengladbach, fest:​ „Die Zahl der von uns durchgeführten Rechtsberatungen steigt von Jahr zu Jahr. Denn bei allen verbraucherrechtlichen Fragen sind wir eine niederschwellige Anlaufstelle. Wir haben den Vorteil, dass wir ein barrierefreies Angebot anbieten können: Ein Ladenlokal, in das Menschen gehen können, wenn sie Beratung benötigen. Wichtig ist uns zudem, dass sich die Verbraucher mit allen Fragen an uns wenden können. Bei Fragen, die bei uns thematisch einmal nicht passen, verweisen wir an unsere vielen Netzwerk- und Kooperationspartner. Dabei erfüllen wir eine Art Drehscheibenfunktion. Neben der Niederschwelligkeit des Angebots ist eine gute Vernetzung der Akteure in der Stadt das Wichtigste. Mit Beratungen und Informationsveranstaltungen verfolgen wir zudem einen präventiven Ansatz. So soll vermieden werden, dass Menschen überhaupt erst in diese Situationen kommen. Besonders hoch ist der Beratungsbedarf bei Vertragsabschlüssen im Internet, aber auch bei der Digitalisierung generell. Deshalb ist es auch wichtig, dass man eine Anlaufstelle hat.“

    Lisa Kapteinat, rechtspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Landtag NRW findet klare Worte: „Jeder Mensch sollte das Recht auf eine kostengünstige oder sogar kostenlose Erstberatung haben. Da sollte weder Sprache, noch Fähigkeiten oder die finanziellen Möglichkeiten eine Rolle spielen. Ich habe erlebt, dass die Menschen manchmal einfach schlichtweg eine Scheu vor Behörden haben, weil sie nicht verstehen, was von ihnen verlangt wird. Das müssen wir unbedingt ändern. Aber der Fehler ist reparabel. Daran möchte ich mitwirken.“

    Über ein mögliches Modell für den Ausbau von kostenlosen Erstberatungsstellen informierte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer JuristInnen Folke große Deters: „Wir machen uns eine Lotsenstelle stark, die als Anlaufstelle für Erstberatung dienen soll. Wir wollen, dass sichergestellt ist, dass alle eine kostenlose Erstberatung bei rechtlichen Fragen bekommen können. Schließlich geht es bei den Betroffenen oft um ihre Existenz, das sollte man auf jeden Fall ernst nehmen und sich auch Fragen, wo die Probleme herkommen. Hilflosigkeit öffnet die Tore für unseriöse Angebote. Die Erfahrungen, die bei der Rechtsberatung gemacht werden, lassen sich auch für die Politik nutzen, sie zeigen nämlich sehr deutlich, wenn etwas im System schiefläuft.“

    Die SPD Landtagsfraktion wird diese Veranstaltungsreihe in anderen Regionen des Landes fortsetzen, die Ergebnisse nutzen und im Landtag aktiv werden.

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  • Der Stadtdirektor und die Betroffenheitslyriken

    Der Stadtdirektor und die Betroffenheitslyriken

    Kolumne
    Allmählich stelle ich mir ernsthaft die Frage: ist unser Planungsdezernent möglicherweise überfordert ob all seiner Verantwortlichkeiten?

    Neben seinen umfassenden Aufgaben als oberster Stadtplaner und Umweltdezernent vertritt er schließlich die Stadt in weiteren Verwaltungs-/Aufsichtsräten und Vereinigungen.
    Da erscheint es fast zwangsläufig, dass Dr. Bonin keine große Bereitschaft zeigt, Themen wie die Blumenkübel vor dem Ratskeller in Rheydt in aller Öffentlichkeit zu diskutieren.
    Selbst Barbara Gersmann, die zuständige Bezirksvorsteherin im Bezirk Rheydt hatte mit einer Einladung an alle Beteiligten wohl keinen Erfolg. Wie der RP zu entnehmen war, gab Bonin auch ihr einen Korb.
    Dr. Bonin will nicht mit den Beteiligten, Gastronom Gerstung und Christoph Hartleb vom Rheydter Citymanagement an einem Tisch einen Gedankenaustausch, sondern nur mit Planungs- und Bezirkspolitikern aus CDU und SPD.

    Das passt auf von ihm getätigte Aussagen im Rahmen des Interviews auf dem „gelben Sofa“ im Hause Schaffrath am vergangenen Donnerstag.
    Angesprochen auf die Situation des Radverkehrs in Mönchengladbach sprach Bonin bei einer Beschreibung der öffentlichen Kritik von „Betroffenheitslyriken“, er war merklich verärgert darüber, dass jemand die „Blaue Route“ von Rheydt nach Mönchengladbach abgeschafft sehen wollte.
    Im gleichen Interview, angesprochen auf eine evtl. mögliche Überforderung von Bürgern ob der praktizierten Geschwindigkeit bei den von ihm angestoßenen Veränderungen in der Stadt meinte der Stadtdirektor nach etlichen Sekunden des Überlegens: „das muß man in Kauf nehmen!“
    Unser neuer Stadtdirektor mag keine Öffentlichkeit, es sei denn, sie dient seinem Ego.

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  • Change: das Polizeipräsidium zieht um

    Change: das Polizeipräsidium zieht um

    Etwas verspätet, aber immerhin. Die Polizei Mönchengladbach hat ab sofort ein neues Präsidium an der Krefelder Straße.
    Mit einem Festakt wurde die 78 Millionen Euro teure Immobilie etwa zwei Jahre später als geplant an den Polizeipräsidenten übergeben. Geplant waren etwa sechs Millionen Euro weniger. Doch das stört aktuell wohl niemanden. Die Freude über die neue Unterkunft ist groß.

    bisheriges Domizil der Polizei

    Was wird nun aus der alten Polizeikaserne an der Theodor-Heuss Straße?
    Auch darauf hat der verantwortliche Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes NRW (BLB) keine Antwort parat.
    Man hat sich schlichtweg nicht um Regelungen gekümmert.
    Das ärgert nicht nur viele Mönchengladbacher Bürger, auch Politik und Verwaltung monieren diese Schlafmützigkeit.
    Seit vielen Jahren hat man diesen Tag kommen sehen, hätte Planungen mit der Stadt gemeinsam anschieben können. Nichts passierte.
    Aber auch die Stadt hat nichts Konkretes unternommen. Dabei gab es schon 2015 konkrete Pläne, sie wurden jedoch nicht weiter verfolgt. So wird der “Schwarze Peter” wohl noch eine Weile hin und hergeschoben werden.
    Nutznießer könnte möglicherweise auch ein anderer als die Stadt sein. Aktivität von allen Akteuren ist nun gefragt.

    Leider gibt es ein weiteres Negativ-Projekt der BLB in Mönchengladbach, das alte Finanzamt steht seit Jahren leer, es verkommt zusehends. Solcher Leerstand ist Gift für jede Kommune.

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  • Ein aktueller Blick nach Berlin – Dr. Günter Krings bleibt optimistisch

    Ein aktueller Blick nach Berlin – Dr. Günter Krings bleibt optimistisch

    In der Union kriselt es, der Bundes-Innenminister und die Kanzlerin streiten.
    Es herrscht Uneinigkeit über die Vorgehensweise Deutschlands in der aktuellen Flüchtlingsfrage.
    Der Zwist eskalierte in den letzten Tagen, Bayern stellte wieder einmal die Gemeinschaft aus CDU/CSU in Frage.
    Frau Merkel drohte gar mit dem Rechtsgebrauch ihrer Richtungskompetenz. Seehofers Entlassung drohte.

    Unser Mönchengladbacher MdB Dr. Krings beantwortete die von MG-heute in diesem Kontext gestellten Fragen:

    MG-heute – Wie beurteilen Sie die Chancen auf eine Einigung der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag beim aktuellen Streit-Thema Zurückweisung von Asylsuchenden an den Grenzen, als CDU-Staatssekretär im CSU geführten Innenministerium?

    Ich bin optimistisch, dass mit etwas gutem Willen eine Einigung zwischen der Bundeskanzlerin und dem Bundesinnenminister möglich ist und an diesem Wochenende auch gelingen wird. Was Donnerstagnacht in Brüssel verhandelt wurde, bietet die Chance für eine Lösung, die Europa nicht gefährdet und zugleich zu weniger illegaler Migration nach Deutschland führt. Damit haben nicht nur sowohl Frau Merkel als auch Herr Seehofer ihre Ziele erreicht, sondern – auf einem zugegebenermaßen etwas schwierigen Weg – eine Lösung gefunden, die gut ist für unser Land. Ich weiß, dass viele Menschen in den vergangenen Tagen beunruhigt und teilweise auch angestrengt waren von den immer neuen Berichten über Streitigkeiten. Aber als jemand, der diese aus nächster Nähe verfolgt hat, kann ich Ihnen sagen, dass ich immer von einem guten Ausgang überzeugt war. Wir sagen ja immer, dass der Streit in der Sache zur parlamentarischen Demokratie gehört und nötig ist, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen.

     

    MG-heute – Welche Funktionen/Aufgaben haben Sie im Innenministerium?

    Als Parlamentarischer Staatssekretär vertrete ich den Minister vor allem bei seinen Kontakten in den Parlamentarischen Raum. Das heißt, dass ich für ihn in den Innenausschuss des Deutschen Bundestages gehe und mich dort den Fragen der Abgeordneten stelle. Auch die Fragestunde und die Regierungsbefragung nehme ich ihm oft ab. Und nicht zu vergessen, vertrete ich ihn auf der Regierungsbank und verfolge von dort die Debatten des Parlaments. Daneben übernehme ich bei Bedarf auch andere Termine mit Außenkontakt. So bin ich vor zwei Wochen zu einer internationalen Antiterror-Konferenz nach Israel geflogen, um dort die Interessen unseres Landes zu vertreten. Vor vier Wochen habe ich bei einer zweitägigen Reise nach Peking einen neuen Cyber-Konsultationsmechanismus mit den Chinesen ausgehandelt. Sie sehen also – ein bunter Strauß von Aufgaben, mit immer neuen Herausforderungen.

    MG-heute – Seit wann sind Sie in verantwortlicher Funktion als Parlamentarischer Staatssekretär im Innenministerium mit dem BAMF befasst?

    Mit den Asylverfahrensfragen des BAMF war ich weder in der letzten noch in dieser Wahlperiode befasst. Da wir aufgrund der Größe des Bundesinnenministeriums in der vergangenen Wahlperiode zwei und jetzt sogar drei Parlamentarische Staatssekretäre sind, haben wir uns die Aufgaben des Hauses aufgeteilt. Meine Schwerpunkte sind derzeit die öffentliche Sicherheit, was eine enge Zusammenarbeit mit dem Bundeskriminalamt und dem Bundesamt für Verfassungsschutz bedeutet, Fragen mit verfassungsrechtlichen Bezügen, die digitale Vernetzung und damit einhergehend die Cybersicherheit.

     

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  • Pflegebeitrag wird wegen Ausgabenexplosion massiv erhöht … und die Pflegemisere bleibt gleichwohl unverändert bestehen!

    Pflegebeitrag wird wegen Ausgabenexplosion massiv erhöht … und die Pflegemisere bleibt gleichwohl unverändert bestehen!

    Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat am 13.06.2018 angekündigt, dass der Pflegebeitrag ab 2019 um 0,3 Prozentpunkte erhöht wird. Mit der geplanten Anhebung könne, so der Minister weiter, der Beitragssatz bis 2022 stabil bleiben.

    Dazu gibt es von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk die folgende erste Einschätzung:
    Veranlassung für diese drastische Beitragsanhebung ist offensichtlich der enorme Finanzbedarf, den die in den zurückliegenden Jahren verabschiedeten Pflegestärkungsgesetze ausgelöst haben. Mit diesen Gesetzen sind bekanntlich die Menschen mit Demenz in die Pflegeversicherung eingebunden und zahlreiche Leistungen neu gestaltet bzw. erheblich ausgeweitet worden. Um die entsprechenden Leistungsansprüche finanzieren zu können, ist mit den Pflegestärkungsgesetzen auch eine Beitragsanhebung von 0,5% vorgenommen worden. Offensichtlich sind aber die tatsächlichen Kosten wesentlich höher, so dass mit einem zusätzlichen Aufwand von 3 Milliarden Euro gerechnet werden muss.
    Es stellt sich bei jedem unbefangenen Betrachter die Frage, wie es zu solchen Fehleinschätzungen kommen konnte. Solide Prognosen, so schreibt die Ärzte-Zeitung am 14.06.2018, sehen anders aus.

    Es war im Übrigen zeitgerecht bekannt, in welchem Umfang durch die neuen Pflegegrade die Zahl der pflegebedürftigen Menschen ansteigen würde. Auch war durch die umfängliche Erprobung des neuen Begutachtungssystems bekannt, in welcher Form sich der neue Pflegebegriff auf die neu gestalteten Leistungsansprüche auswirken würde. Es war so gesehen kein politisches Kunststück, den Finanzbedarf auf Grund der Reformgesetze zutreffend einzuschätzen. Auch wenn kleine Abweichungen möglicherweise nicht vorhersehbar waren, darf eine Finanzierungslücke von 3 Milliarden Euro nicht entstehen und so einfach akzeptiert werden. Es muss darüber nachgedacht werden, ob die BürgerInnen absichtlich über den wirklichen Finanzbedarf getäuscht worden sind?

    Es stellt sich bei all dem eigentlich auch die Frage der Verantwortlichkeit: Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk hat das Bundesgesundheitsministerium und die Mitglieder des Deutschen Bundestages u.a. in mehreren Zuschriften auf mögliche Unzulängkeiten, die durch das neue Begutachtungssystem ausgelöst werden können, aufmerksam gemacht und beizeiten eine Überprüfung bzw. Korrekturen angeregt. Insoweit hat niemand reagiert.

    Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk hat übrigens in einem am 13.05.2014 vorgelegten Statement umfangreiche Handlungsanforderungen für eine Pflegereform vorgelegt. Darin wurde u.a. auch ausgeführt, dass angesichts eines möglicherweise unübersehbaren Finanzbedarfs Schwerpunkte gesetzt werden müssen. Darüber hat man sich, wie jetzt bekannt ist, kostenwirksam und enorm beitragssteigernd hinweggesetzt.

    Es ist nun nicht etwa so, dass Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk der Meinung wäre, pflegerische Reformgesetze könnten ohne zusätzlichen Finanzbedarf gestaltet werden. Nein, wirklich bessere Pflege – Rahmenbedingungen, die seit nunmehr über 10 Jahren mit konkreten Vorschlägen eingefordert werden, sind zweifelsfrei mit entsprechenden höheren Kosten verbunden. Wenn aber nun bereits mit den Pflegestärkungsgesetzen eine Beitragsanhebung von 0,5 % verbunden war und jetzt weitere 0,3% Punkte hinzukommen, sind wohl, trotz entsprechender Warnungen, beträchtliche Planungs- bzw. Reformfehler gemacht worden. Einige Leistungsansprüche sind nicht nur mehr als kompliziert gestaltet, sondern vielleicht auch ein wenig zu üppig ausgefallen. Andererseits sind verschiedene Förderwünsche ignoriert worden.

    Angesichts der beschriebenen Ausgabenflut bleiben für die anstehenden weiteren Reformschritte, mit denen endlich deutlich bessere Pflege – Rahmenbedingungen gestaltet werden sollten, eigentlich keine Beitragsmittel übrig. Dies wird allein aus finanziellen Erwägungen zur Folge haben, dass die angedachten weiteren pflegerischen Reformerwägungen nicht wirkungsvoll umgesetzt werden können. Die GroKo hat offensichtlich die Pflegemisere – entgegen ständigen anderslautenden Bekundungen – nicht verstanden und keine Ermächtigungsgrundlage geschaffen, mit ausreichenden Finanzmitteln eine grundlegend bessere Pflege zu gestalten.

    Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk nimmt nach all dem die angekündigte Beitragserhöhung zum Anlass, nochmals auf die dem Bundesgesundheitsministerium bzw. Herrn Jens Spahn übermittelten Handlungsanforderungen zu verweisen und zu fordern, dass in der GroKo über die Konzeption einer Pflegereform neu verhandelt und viele Milliarden in die Hand genommen werden, um die notwendigen systemischen Veränderungen in der Pflege JETZT endlich auf den Weg zu bringen. Statt weiterhin kleinschrittig zu diskutierten, muss ein “Masterplan Pflege” gestaltet werden.

    Wenn es mit Rücksicht auf die Gesamtzusammenhänge des sozialen Netzes und zur Entlastung der Sozialbeiträge notwendig sein sollte, müssen die notwendigen Ausgaben für den “Masterplan Pflege” aus dem Bundeshaushalt finanziert werden. Angeblich ist die Konjunktur dauerhaft hervorragend und die Steuerquellen sprudeln.

    Damit es aber klar wird: Ein “Masterplan Pflege”, so, wie er mittlerweile von vielen Seiten gefordert wird, muss ausreichend finanziell dotiert sein (durch Beiträge oder Steuermittel). Dass insoweit nicht mit “Kleckerbeträgen” auszukommen ist, hat der Sozialwissenschaftler Prof. Dr. Stefan Sell kürzlich in einem 3SAT-Interview verdeutlicht. Allein die Angleichung der Vergütungen in der Altenpflege an die Beträge, die in der Krankenpflege gezahlt werden, beziffert Prof. Dr. Stefan Sell mit rd. 5 Milliarden. Hinzu kommen dann die weiteren Maßnahmen, für die nochmals zig Milliarden erforderlich erscheinen. Darüber wurde auch beim Neusser Pflegetreff am 09.05.2018 informiert.

    In der Bevölkerung gibt es eine breite Unterstützung für eine auskömmliche Finanzierung der Pflege. Es mangelt zur Zeit allein am Willen der politisch Verantwortlichen, die entsprechenden Folgerungen zu ziehen. Und das muss sich wegen der fortschreitenden demografischen Entwicklung schnellstens ändern.

    Werner Schell, Vorstand von Pro Pflege – Selbsthilfenetzwerk und Dozent für Pflegerecht

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