Autor: Harald Wendler

  • Grüne unterstützen ADFC-Forderung – GroKo reagiert verschnupft

    Grüne unterstützen ADFC-Forderung – GroKo reagiert verschnupft

    Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Mönchengladbach hat den Mehrheitsfraktionen von CDU und SPD jetzt eine kleine Denkhilfe gegeben (MG-heute berichtete) – mit drei zentralen Forderungen für einen sicheren Radverkehr in Mönchengladbach (sichere Radwege, zusätzliches Personal für den Radverkehr und einen Ratsbeschluss, der einen 20-Prozent-Radverkehrsanteil bis 2020 festlegt).

    Radwege1Hintergrund: Der Radfahrer-Interessenverband ist sehr unzufrieden mit der Entwicklung in der Stadt beim Thema Radwege: „Es ist immer noch abenteuerlich, mit dem Rad durch unsere Stadt zu fahren“, stellt der ADFC fest. Die „Groko“ zeigt sich derweil recht zurückhaltend und verweist auf das noch immer ausstehende Mobilitätskonzept als Richtschnur des Handelns. Dabei ist Handeln angesagt, denn Mönchengladbachs Radwege sind marode, zu schmal  oder schlicht nicht vorhanden. Für die Radfahrer in der Stadt bedeutet dies nach wie vor: Radfahren bleibt eine gefährliche Angelegenheit.

    „Die Forderungen des ADFC, den Anteil des Radverkehrs am gesamten Verkehr bis zum Jahr 2020 auf 20 Prozent zu steigern, halten wir für sinnvoll und unterstützenswert“, sagt Dr. Boris Wolkowski, Vertreter der Grünen-Fraktion im Planungs- und Bauausschuss. „Wir Grüne“, so Dr. Wolkowski weiter, „setzen uns seit Jahrzehnten für den Ausbau des Radverkehrs ein, für eine adäquate Infrastruktur mit gut ausgebauten Radwegen im gesamten Stadtgebiet und für Radstationen.“ Leider sei die Stadtverwaltung beim Umsetzen von Beschlüssen auf manchen Feldern nicht immer die schnellste: So sollten etwa die Einbahnstraßen in der Gladbacher Innenstadt bis Ende April für den Radverkehr freigegeben werden – geschehen ist an dieser Stelle noch nichts. Auch die Radwegebeschilderung an der Hermann-Piecq-Anlage im Stadtbezirk Nord fehlt seit einem Umbau der Ampelanlagen im letzten Jahr.

    „Wir müssen sehen, dass Mönchengladbach nicht länger nur gute Noten für den Autoverkehr bekommt, sondern auch der Rad- und Fußgängerverkehr endlich auf einen guten Stand gebracht wird“, sagt Dr. Boris Wolkowski. „Wir begrüßen daher die Forderung des ADFC  ausdrücklich und werden uns im Rat dafür stark machen.“

    0 – 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Piratenfraktion NRW vor Ort – am 12.05.2016 in Mönchengladbach

    Piratenfraktion NRW vor Ort – am 12.05.2016 in Mönchengladbach

    Am Donnerstag, 12. Mai 2016, ist die Piratenfraktion vor Ort von 10 bis ca. 14 Uhr in Mönchengadbach, Alter Markt (im Bereich des Brunnens).

    „Wir freuen uns darauf, mit unserem mobilen Büro in Mönchengladbach Station zu machen. Wir wollen erfahren, was die Menschen von uns Politikern erwarten. Wir wollen Diskussionsrunden initiieren und im direkten Dialog mit den Menschen ihre Probleme erörtern“, sagt Michele Marsching, Vorsitzender der Piratenfraktion NRW.

    Am 12. Mai wird die Plenarsitzung im Landtag NRW über einen Live-Stream auf einen großen Bildschirm übertragen. Die Piratenfraktion ist unter anderem mit politischen Anträgen zu den Themen „Diskriminierung von Cannabiskonsumenten verhindern“ und „Freihandelsabkommen TTIP muss ausgesetzt werden“ vertreten.

    Das Car Office soll mobiler Arbeitsplatz und Kommunikationszentrum zugleich sein. Die Menschen können vor Ort mit den Abgeordneten und Mitarbeitern der Piratenfraktion ins Gespräch kommen und Kritik und Fragen loswerden, Anregungen und Ideen einbringen.

    „Das Car-Office ist eine konsequente Weiterentwicklung von Open Antrag, unserem Internetportal, bei dem bereits heute jeder Interessierte Anträge an die Politik im Landtag NRW einbringen kann. Dies ging bislang ausschließlich digital – von nun an ist dies auch im persönlichen Gespräch möglich“, so Michele Marsching.

    0 – 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Nach Einigung in Berlin: “Mehr Möglichkeiten für freies W-LAN“

    Nach Einigung in Berlin: “Mehr Möglichkeiten für freies W-LAN“

    Einigung der Großen Koalition im Bund in Sachen W-LAN-Gesetz.
    Durch denn Wegfall der sogenannten Störerhaftung wird derWeg für die zukünftige Entwicklung von offenenWLAN-Netzen frei.
    Insbesondere die CDU hatte sich gegen eine vernünftige Regelung gewehrt, die in vielen anderen europäischen Ländern üblich ist.
    In NRW setzt sich die SPD-geführte Landesregierung seit mehreren Jahren für die Förderung von freienWLAN-Netzen ein. Der Landtag hat dazu verschiedene eindeutige Beschlüsse gefasst.
    Freie und offene Internetzugänge sind Voraussetzung einer modernen Infrastruktur.
    Darum fördert NRW Projekte in den Kommunen auch finanziell. Mit der heutigen Einigung können nun mehr offene WLAN-Zugänge von privaten und nebengewerblichen Anbietern geschaffen werden.
    Es wird Rechtssicherheit geschaffen, von denen auch Café- und Restaurantbetreiber mit offenen Netzen profitieren.

    Gülistan Yüksel, Mönchengladbacher Bundestagsabgeordnete erklärt: „Bislang stand die so genannte Störerhaftung vielen Initiativen im Weg. Nur auf Umwegen war es Vereinen wie Freifunk möglich, wirklich freies WLAN anzubieten. Die Störerhaftung bedeutet, dass Anbieter von freiem WLAN für Vergehen von Nutzern – wie dem illegalen Download von Musik und Filmen – verantwortlich wäre. Dies war zuletzt durch ein Gutachten des Europäischen Gerichtshofs bemängelt worden. Auch Privatpersonen und nebengewerbliche Anbieter wie Cafés sollen nun das sogenannte Providerprivileg der gewerblichen Anbieter genießen. Sie müssen nach der neuen Regelung ihr WLAN nicht mit einer Vorschaltseite oder mit einer Passwortsperre sichern. Diese Anbieter von freiem WLAN würden dann nicht mehr für das Fehlverhalten von Nutzern rechtlich belangt werden können. Dadurch werden wirklich offene Netze möglich. Mit der Gesetzesreform werden die formellen Hürden deutlich abgebaut und Rechtssicherheit für die Anbieter geschaffen.“

    „Mönchengladbach hinkt beim freien WLAN noch deutlich anderen Städten hinterher. Dabei gehört eine gute digitale Infrastruktur heute zu einer modernen Großstadt einfach dazu. Neben freiem WLAN begrüßen wir auch die Ausbaupläne für Glasfaserleitungen als Zukunftstechnologie im Stadtgebiet. Parallel zur Verbesserung der Infrastruktur haben wir im vergangenen Jahr auch ein Antragspaket zur digitalen Stadtverwaltung auf den Weg gebracht, um die Dienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger deutlich zu verbessern, zu vereinfachen und zu beschleunigen. Durch den Zusammenschluss mit der ITK Rheinland erhoffen wir uns hier ebenfalls neue Impuls und Synergieeffekte“, so Heinrichs.

    0 – 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • „Pflanz Deinen Baum und tu Gutes“ – Stadtverwaltung sammelt Spenden

    Jetzt werden Spenden gesammelt, 2 Jahre nach dem Sturm “Ela”, denn bis zum nächsten Frühjahr sollen weitere sechs neue Straßenbäume in Mönchengladbach gepflanzt werden. Der verheerende Pfingststurm „Ela“ zerstörte eine Großzahl an Bäumen im Juni 2014. Die Mitarbeiter aus dem Fachbereich Tiefbau und Stadtgrün sind bis heute damit beschäftigt, Ersatzbäume für die Ela-Zerstörungen zu pflanzen.

    Ein Beispiel ist die Gutenbergstraße. Dort plant die Stadt, zwei neue Spitz-Ahornbäume zu pflanzen. In drei weiteren Straßen ist die Pflanzung von Stadtlinden, Berg-Ahorn und Mehlbeere geplant.

    Bäume sind Leben und Leben gehört in die Stadt. Jetzt können sich Spender direkt am Erwerb eines solchen Baumes beteiligen. Die Stadt Mönchengladbach hat daher in Zusammenarbeit mit der Internetplattform „Pflanz Deinen Baum und tu Gutes“ die Möglichkeit zum Spenden eingerichtet. Mit 300 Euro sind die Lieferung eines Baumes und seine Pflanzung abgedeckt. Die weiteren Pflegekosten übernimmt die Stadt Mönchengladbach.

    Auf der Internetseite von www.pflanzdeinenbaum.eu sind die genauen Standorte und nähere Informationen einzusehen. Dort wird auch erklärt, wie gespendet werden kann. Jeder Spender kann zielgerichtet für einen Baum spenden und erhält im Anschluss an seine Spende eine Urkunde (und auf Wunsch eine Spendenquittung). Die Spendenaktion läuft bis Ende des Jahres. Weitere Infos erhalten Bürgerinnen und Bürger telefonisch beim Team von „Pflanz Deinen Baum und tu Gutes“ unter 0211 / 42389710.

    0 – 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Abendeinsatz des Ordnungsamtes: Raser mit mehr als 100 km/h auf Hohenzollern- und Hindenburgstraße erwischt

    Wir berichteten: das Ordnungsamt ist seit rund zwei Wochen auch in den Abendstunden nach 20 Uhr und an Samstagen mit seinen Radarwagen unterwegs. Damit soll vor allem den Beschwerden von Anwohnern über Raserei entsprochen werden, die sich an einigen Orten häufen. Außerdem gehören Unfallschwerpunkte mit zu den Einsatzgebieten.

    Gestern gingen den Kontrolleuren kurz vor 21 Uhr gleich zwei unverantwortliche Raser ins Netz: Auf der Hindenburgstraße wurde ein Fahrzeug mit 103 km/h gemessen, auf der Hindenburgstraße war eine Fahrzeug mit 110 km/h unterwegs.

    Die zusätzlichen Einsatzzeiten der Geschwindigkeitsüberwacher des Ordnungsamtes werden weiter getestet. Sollten sie sich als sinnvoll erweisen – was durch Vorfälle wie die gestrigen nahe liegt, sollen die Einsatzzeiten nach personeller Möglichkeit auch dauerhaft erweitert werden, bei Bedarf auch über 22 Uhr hinaus.

    0 – 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • BDH: Rententhema nicht populistisch ausschlachten

    BDH: Rententhema nicht populistisch ausschlachten

    Der offene Disput um die Weichenstellungen der Rentenpolitik in Deutschland entwickelt sich zusehends zu einem zentralen Diskussionsstrang im anstehenden Wahlkampf. „Es ist richtig, die Rentenpolitik zu einem Schwerpunktthema des kommenden Bundestagswahlkampfs zu machen. Die Frage der Generationengerechtigkeit zählt zweifellos zu den sozio-ökonomischen Bruchkanten unserer alternden Gesellschaft und verträgt einen intensiven Diskurs aller politischen Akteure und Interessenvertretungen“, findet Ilse Müller, Vorsitzende des Sozialverbands BDH Bundesverband Rehabilitation e.V.

    Selbstverständlich müsse allerdings ein Konsens darüber herrschen, das Rententhema nicht populistisch auszuschlachten, so Müller. Die Fakten über Kaufkraft und Zinsentwicklung, über Vermögensverteilung und Beitragsentwicklung gehörten ungeschönt und transparent auf den Tisch. Nur so könne sich der Bürger ein Bild von der Lage der Rente in Deutschland machen. „Aus unserer Sicht lassen weder der Status Quo der Rente, noch die prognostizierte Entwicklung der gesetzlichen Rentenniveaus ein „Weiter so“ der Politik zu. Die Zahl der Empfänger von Grundsicherungsleistungen steigt von Jahr zu Jahr, während das Rentenniveau systematisch abgesenkt wird. In diesem Umfeld wirkt der Trend zu prekärer und atypischer Arbeit weiter wie ein Brandbeschleuniger für die um sich greifende Altersarmut. Das kann nur bedeuten, mit einer um Selbstständige und Beamte erweiterten Rentenbasis und moderat steigenden Rentenbeitragssätzen Grundsicherungsleistungen anzuheben und das Rentenniveau auf dem jetzt erreichten Leven einzufrieren. Bewegt sich die Rentenpolitik weiter in die eingeschlagene Richtung, bedeutet das Altersarmut per Gesetz“, warnt Müller. Die Rentensäule der privaten Vorsorge könne das Problem nicht lösen. Zudem sei das Scheitern der Riester-Rente absehbar gewesen, so Müller. Private Altersvorsorge verkomme angesichts dauerhaft niedriger Zinsen und prekärer Jobs zunehmend zu einer politischen Chimäre, an die bald niemand mehr glaube.

    0 – 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Kupferdieb mit Hilfe von aufmerksamen Zeugen gefasst

    Kupferdieb mit Hilfe von aufmerksamen Zeugen gefasst

    Am Dienstag, den 10.05.2016 gegen 2:40 Uhr hörte ein Zeuge verdächtige Geräusche aus Richtung des Friedhofes Rheydt auf der Preyerstraße.

    Kurz darauf beobachtete er zwei Personen, welche aus dem Friedhofsbereich kamen und in einen Pkw stiegen.

    Der Zeuge verständigte sofort die Polizei, welche vor Ort den verdächtigen Pkw feststellen konnte, jedoch ohne Insassen. Von außen einsehbar, befand sich in dem Fahrzeug ein großes Kupferblech, sowie griffbereit ein CS Gas-Sprühgerät.

    Bei einer Nachschau im näheren Bereich, konnte an dem dortigen Blumenladen an der Preyerstraße fehlende Kupferverkleidung, Tatwerkzeug und bereits abgetrennte und bereitgelegte Kupferverkleidung ausgemacht werden.

    In einer kräfteintensiven Tatortbereichsfahndung mit Einbezug eines Polizeihubschraubers und der Diensthunde konnte ein 38Jähriger aus Brüggen festgenommen werden. In seinem mitgeführten Rucksack konnte umfangreiches Werkzeug sichergestellt werden.

    In seiner Vernehmung heute Morgen räumte er den Tatvorwurf ein. Er konnte nach Abschluss aller polizeilichen Maßnahmen entlassen werden.

    0 – 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Förderbescheid Elektromobilität an NEW AG

    Förderbescheid Elektromobilität an NEW AG

    Mönchengladbach soll Vorreiter in Sachen Elektromobilität werden. Vorstandsvorsitzender Frank Kindervatter und Abteilungsleiter Geschäftsfeldentwicklung Jörg Lachmann haben heute stellvertretend für die NEW AG eine Förderung von 50.000 Euro für den Aufbau der Elektromobilität in Mönchengladbach erhalten.

    Bundesminister Alexander Dobrindt (CSU) überreichte heute Vormittag Förderbescheide an die Vertreter von 96 kommunalen Projekten im Bereich Elektromobilität.
    Gülistan Yüksel (SPD) und Staatssekretär Dr. Günter Krings (CDU) waren bei der Übergabe zugegen und freuen sich, dass Mönchengladbach beim Thema Elektromobilität nun ganz vorne mitspielt.
    Bei den 50.000 Euro handelt es sich um Planungsmittel, die den Ausbau von Ladestationen für Elektromobilität im Gladbacher Raum anstoßen sollen.

    0 – 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Bürgerwille unerwünscht – NRW-Landtag lässt Volksbegehren links liegen

    Bürgerwille unerwünscht – NRW-Landtag lässt Volksbegehren links liegen

    Die Initiative „Mehr Demokratie“ zeigt sich enttäuscht von den Vorschlägen der NRW-Verfassungskommission zur Reform der Landesverfassung. „Der Landtag lässt Volksbegehren links liegen. Dies, obwohl es im Landtag eigentlich eine breite Mehrheit für niedrigere Hürden für die direkte Demokratie gibt“, kritisiert Landesgeschäftsführer Alexander Trennheuser. „Der Berg kreißte und gebiert eine Maus“, stellt er fest.

    Vor der letzten Landtagswahl hatten sich bis auf die FDP alle Parteien in ihren Wahlprogrammen für die Vereinfachung landesweiter Volksbegehren eingesetzt. Insbesondere sollte die Unterschriftenhürde gesenkt werden, die derzeit bei gut 1,1 Millionen Unterschriften liegt. Grüne und Piraten hatten vorgeschlagen, das Quorum von acht Prozent aller Stimmberechtigen auf zwei Prozent zu senken. SPD und Grüne hatten in ihrem Koalitionsvertrag außerdem vereinbart, das Finanztabu für Volksbegehren aus der Verfassung zu streichen. Die Bürger sollten auch zu Fragen wie der Finanzierung von Lehrer- und  Polizeistellen oder der Hochschul-Finanzierung einen Volksentscheid herbeiführen können.

    „Es ist bedauerlich, dass die Verfassungskommission jahrelang tagt und in Sachen Bürger-beteiligung trotzdem nichts passiert. Die direkte Demokratie ist zum Opfer der Uneinigkeit der Fraktionen beim Thema Wahlalter geworden“, sagt Trennheuser. Im Landtag hatten SPD, Grüne und Piraten die Absenkung des Wahlalters bei Landtagswahlen auf 16 Jahre angestrebt. CDU und FDP wollen dies nicht mittragen, so dass die zur Änderung der Landesverfassung notwendige Zweidrittel-Mehrheit fehlt. „Das Ganze war ein unwürdiger Kuhhandel, der nur die Parteienverdrossenheit weiter fördert“, meint Trennheuser.

    Im 2013 veröffentlichten Länder-Ranking von Mehr Demokratie war Nordrhein-Westfalen mit seinen Regeln für Volksbegehren auf Platz 4 gelandet. „Da einige Bundesländer die Hürden inzwischen gesenkt haben, wird NRW beim nächsten Ranking zurückfallen“, kündigt Trennheuser an. Der neue Tabellenplatz werde dem Land nicht schmeicheln.

    Mehr Informationen: Faire Volksbegehren

    http://nrw.mehr-demokratie.de/faire-volksentscheide.html

    0 – 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Bürger-Ideen zur Neugestaltung des Rheindahlener Marktplatzes erwünscht

    Bürger-Ideen zur Neugestaltung des Rheindahlener Marktplatzes erwünscht

    Bürger können Ideen zur Neugestaltung des Rheindahlener Marktplatzes einbringen. Bezirksvorsteher Arno Oellers bietet an zwei Tagen Gesprächstermine an.

    Bezirksvorsteher Arno Oellers lädt Interessierte, die sich für das Erscheinungsbild im Ortskern engagieren möchten, jetzt ein, ihre Ideen einzubringen und diese in einem persönlichen Gespräch mit dem Bezirksvorsteher vorzustellen. „Hilfreich wäre es, wenn bei dieser Gelegenheit Skizzen oder schriftliche Ausführungen mitgebracht werden“, so Arno Oellers, der am Freitag, 20. Mai, von 8.30 bis 18 Uhr und am Samstag, 21. Mai, von 8.30 bis 13 Uhr Termine nach Absprache anbietet. Anmeldung vorab unter der Rufnummer 02161/25-7102.

    Die Gespräche dienen als Grundlage für weitere Diskussionen in einem anschließenden Workshop, bei dem Bürgerschaft, Verwaltung und Politik eingebunden werden.
    Bezirksvorsteher Arno Oellers  wie auch die weiteren politischen Vertreter des Stadtbezirks West freuen sich auf konstruktive Gespräche und hoffen, dass mit den eingereichten Ideen die Gestaltung des Ortsbildes vorangebracht wird.

    Zum Hintergrund: CDU und SPD hatten im Januar einen Vorstoß unternommen, um die städtebauliche Situation in Rheindahlens Mitte und damit auch die Wohnqualität und Nahversorgung zu verbessern. Dabei sprach sich die Bezirksvertretung auch dafür aus, die Bürger mit in den Planungsprozess einzubinden.
    (pmg)

    0 – 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Benefizkonzert „Give Thanks!“

    Benefizkonzert „Give Thanks!“

    Der Tradition folgend, werden die Giesenkirchener Family of Peace Gospel Singers auch in diesem Jahr ein großes Benefizkonzert veranstalten. Unter dem Motto „Give Thanks!“ lädt der Chor um Chorleiter Gabriel Vealle am Freitag, den 10. Juni 2016 um 20 Uhr, in die Evangelische Hauptkirche Rheydt ein.

    Die Veranstaltung steht in diesem Jahr unter dem Motto „Give Thanks!“. Danken, dankbar sein – für die tägliche Mahlzeit auf dem Tisch, ein Dach über dem Kopf sowie die eigene Gesundheit und die seiner Angehörigen und Freunde. „Give Thanks!“ bedeutet aber auch, dankbar zu sein für die schönen Momente im Leben, gerade, wenn einen Sorgen quälen.

    Gabriel Vealle wird seine Family of Peace Gospel Singers und so auch das Publikum komplett auf das Motto einstimmen. Wie es die Zuhörer mittlerweile kennen, wird das Abendprogramm bunt und abwechslungsreich sein und für jeden Gospelfreund das Passende bereithalten – von eher ruhigen Songs über hymnische Stücke bis hin zu lebhaften Gospels, die zum Mitsingen und Tanzen einladen.

    Als musikalischen Gast konnten die Family of Peace Gospel Singers dieses Mal den Popsänger und Songwriter Björn Amadeus gewinnen, der im Jahr 2014 durch die Castingshow „The Voice of Germany“ bekannt wurde.

    Das Vorprogramm wird unter anderem wieder von Kindern der Evangelischen Grundschule Pahlkestraße aus Mönchengladbach-Rheydt bestritten. Diese haben in den letzten Jahren schon mehrere Veranstaltungen des Giesenkirchener Chores musikalisch und tänzerisch eingeläutet und werden auch das Konzert im Juni stimmungsvoll eröffnen.

    Der Reinerlös des Benefizkonzertes wird dem Kinder- und Jugendhospiz Regenbogenland mit Sitz in Düsseldorf zugutekommen. Eröffnet im Jahr 2004, hat es sich das Team des Regenbogenlands zum Ziel gemacht, Kindern, die wegen einer unheilbaren Erkrankung oder einer schweren Behinderung nur eine eingeschränkte Lebenserwartung haben, Lebensfreude zu vermitteln und den Familien dabei zu helfen, die ihnen noch verbleibende Zeit gemeinsam mit ihrem Kind möglichst erfüllt und positiv zu gestalten.

    Veranstalter ist die evangelische Kirchengemeinde Rheydt.
    Auch diesmal wird wieder Herr Dr. Günter Krings, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Inneren und Mitglied des Deutschen Bundestages, die Schirmherrschaft für das Benefizkonzert übernehmen.

    Der Eintritt ist frei. Es wird um freiwillige Spenden gebeten.

    0 – 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • „3. Mönchengladbacher Fahrradsternfahrt” am 22. Mai 2016

    „3. Mönchengladbacher Fahrradsternfahrt” am 22. Mai 2016

    Unter dem Motto „Mit Sicherheit mehr Fahrrad fahr´n“ veranstalten der ADFC Mönchengladbach und 200 Tage Fahrradstadt auch in diesem Jahr wieder eine Fahrradsternfahrt.

    Diese findet am Sonntag den 22. Mai 2016 zum dritten Mal in Mönchengladbach statt.

    Autofrei fahren hunderte Fahrradfahrer eine gut 10 km lange Route über die Hauptverkehrsstraßen der Vitusstadt. Ein, zwei Stunden vorher beginnen bereits die Zubringer-Touren aus vielen Stadtteilen und umliegenden Städten und Gemeinden, die die Teilnehmer zum Rheydter Marktplatz führen.

    Von dort aus startet um 15 Uhr die gemeinsame, von der Polizei begleitete, Tour.

    Wie im letzten Jahr werden wieder mehrere hundert FahrradfahrerInnen erwartet (2015: 1200 Teilnehmer), die an diesem Tag zeigen, wie wichtig es ist die Bedingungen für dieses wunderbare Verkehrsmittel weiter zu verbessern.

    Weitere Informationen zur Fahrradsternfahrt und zu den Treffpunkten der einzelnen Zubringer-Touren erhalten Sie hier: www.sternfahrt-mg.de

    0 – 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Mit SICHERHEIT mehr Fahrrad fahr´n – drei zentrale Forderungen des ADFC-Mönchengladbach

    Mit SICHERHEIT mehr Fahrrad fahr´n – drei zentrale Forderungen des ADFC-Mönchengladbach

    Mit SICHERHEIT mehr Fahrrad fahr´n. So lautet das Motto der diesjährigen Mönchengladbacher Fahrradsternfahrt am 22. Mai 2016.

    Im letzten Jahr nahmen an dieser Veranstaltung mehr als 1200 Radfahrer teil und setzten damit ein wichtiges Signal in Richtung der Mönchengladbacher Politik.

    Mönchengladbach ist eine Stadt, die seit vielen Jahrzehnten für den Autoverkehr gebaut wurde.
    So verwundert es nicht, dass Mönchengladbach beim letzten ADFC Fahrradklimatest (2014) bundesweit den vorletzten Platz belegt hat.

    In der Mönchengladbacher Politik und Verwaltung hat man erkannt, dass der Autoverkehr viele Probleme bereitet. Straßeninstandhaltung erzeugt enorme Kosten, Feinstaubwerte und Lärmpegel müssen eingehalten werden. Aber auch die Lebensqualität und die Verkehrssicherheit spielen eine wichtige Rolle.

    Initiativen und Aktionen wie 200 Tage Fahrradstadt oder das STADTRADELN bzw. die Mönchengladbacher Fahrradsternfahrt haben in den letzten Jahren gezeigt, dass die Mönchengladbacher Bürger bereit sind, das Fahrrad als Verkehrsmittel zu nutzen. Bedingt durch den immer knapper werdenden Parkraum wird sich dieser Trend in den nächsten Jahren weiter beschleunigen.

    Auch wenn die Stadt in den letzten beiden Jahren vieles angestoßen hat, ist es immer noch abendteuerlich mit dem Rad durch unsere Stadt zu fahren.

    Einige Beispiele:
    Baulich angelegte Radwege sind an vielen Stellen viel zu schmal und weisen Wurzelschlag auf. Falschparker auf Rad- und Gehwegen zwingen zum Ausweichen, was häufig zu riskanten Ausweichmanövern führt. Auch Eltern-Taxis gefährden unsere Schulkinder auf ihren Schulwegen.

    Auch wenn die Bereitschaft der Stadt erkennbar ist, schreitet der Umbau nicht bzw. zu langsam voran.
    An Konzepten und Geld scheitert es nicht, vielmehr an Personal zur Planung und Umsetzung.

    Aus diesem Grund stellt der ADFC Mönchengladbach drei zentrale Forderungen:

    • Sichere Radwege
    • Zusätzliches Personal für den Radverkehr
    • Einen Ratsbeschluss, der 20% Radverkehrsanteil bis 2020 zum Ziel festlegt

    Sichere Radwege

    Es kann nicht pauschal beantwortet werden, ob ein Radweg auf der Straße oder neben dem Gehweg sicher ist. Vielmehr muss die Gesamtsituation (z. B. das Verkehrsauskommen) betrachtet werden.
    Auf der meist befahrenen Verkehrsachse Mönchengladbachs (Fliethstraße, Speickerstraße …) hat der Radfahrer z. B. nichts auf der Straße zu suchen. Hier kann nur ein durchgehender baulich angelegter Radweg eine Lösung sein. Auf einer Straße mit geringem Verkehrsaufkommen kann dagegen ein “Radweg auf der Straße” durchaus eine akzeptable Lösung sein (z. B. Eickener Straße). Wichtig dabei ist, dass man die aktuell gültigen Vorgaben (ERA 2010 u.a.) einhält. Ein 100cm breiter Schutzstreifen bringt niemandem etwas. Da der zur Verfügung stehende Straßenraum oft begrenzt ist, muss man auch mal dazu bereit sein, eine Straße anders aufzuteilen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Hohenzollernstraße.

    Wir fordern die Stadt auf, die bekannten Problemwege zeitnah in sichere Radwege umzubauen. Eine generelle Abschaffung der Benutzungspflicht ist keine Lösung. Parallel dazu müssen sichere Alternativen geschaffen werden.
    Zusätzliches Personal für den Radverkehr

    2015 wurde Carsten Knoch als Mobilitätsbeauftragter der Stadt Mönchengladbach eingestellt. Was er damals vermutlich nicht wusste war, das er damit einen riesigen Berg an Problemen erbte. Natürlich beschäftigen sich noch andere Mitarbeiter der Verwaltung mit dem Radverkehr (z. B. Straßenplanung), trotzdem ist zu erkennen, dass viele Projekte stocken und nur zögerlich zum Abschluss gebracht werden. Die Freigabe von ca. 40 Einbahnstraßen in Eicken hat mehr als drei Jahre gedauert. Vergleichbare Städte sind da viel schneller unterwegs. Fördertöpfe können nicht abgerufen werden, weil kein Personal da ist, um die entsprechenden Anträge zu stellen.

    Auch beim Ordnungsamt fehlen Leute zur stärkeren Kontrolle von Falschparkern auf Rad- und Gehwegen. Nicht nur, das es nervig ist, ständig von diesen ausgebremst zu werden, oftmals entstehen beim Ausweichen zusätzlich gefährliche Situationen.

    Wir fordern die Stadt auf, zusätzliches Personal für die Planung und Durchführung von Fahrradprojekten einzustellen. Außerdem muss das Ordnungsamt personell verstärkt werden, um gezielt das Falschparken auf Rad- und Gehwegen zu bekämpfen.
    Ratsbeschluss, der 20% Radverkehrsanteil bis 2020 festlegt

    125.000 PKW´s waren 2013 gemeldet.
    In Mönchengladbach liegt der Radverkehrsanteil nach letzten Untersuchungen (2010) bei 6%, während der Autoverkehrsanteil (MIV) bei 62% liegt. Ein hohes Verkehrsaufkommen erzeugt generell ein hohes Sicherheitsrisiko für alle. Daraus folgert, dass mit weniger Autoverkehr die Sicherheit aller steigt.

    Aus diesem Grund muss der Radverkehrsanteil in den nächsten Jahren signifikant gesteigert werden. Andere vergleichbare Städte haben vorgemacht, dass dies geht (z. B. Krefeld mit 18% Radverkehrsanteil).
    Es müssen gute und sichere Bedingungen für den Radverkehr geschaffen werden, damit dies eine echte Alternative zum Autoverkehr darstellt.

    Wenn es die Stadt wirklich ernst meint, dann sollte sie dies politisch beschließen. Denn nur an einem politisch beschlossenen Ziel wird auch tatsächlich gearbeitet.

    Aus diesem Grund fordern wir den Stadtrat auf, einen Ratsbeschluss herbeizuführen, der 20% Radverkehrsanteil bis 2020 festlegt.

    0 – 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • „Innenminister Ralf Jäger klärt umfassend auf“

    „Innenminister Ralf Jäger klärt umfassend auf“

    Im Parlamentarischen Untersuchungsausschuss zur Kölner Silvesternacht wurde heute NRW-Innenminister Ralf Jäger als Zeuge befragt. Dazu erklärt Hans-Willi Körfges, SPD-Obmann im Ausschuss und stellvertretender Vorsitzender der Landtagsfraktion in NRW:

    „Ralf Jäger hat heute in der siebeneinhalbstündigen Befragung sachlich und ausführlich klargestellt: Es habe keinerlei Versuch des Innenministeriums gegeben, Straftaten zu vertuschen. Vielmehr hat er offen und nachvollziehbar dargelegt, wie die Landesregierung auf eine umfassende Aufklärung gedrängt hat, als sich die Dimensionen der Straftaten der Silvesternacht abgezeichnet haben.

    Damit ist erneut der durchsichtige Versuch von CDU und FDP gescheitert, mit ihrem trüben Gebräu aus Unterstellungen, Halbwahrheiten und Falschbehauptungen das Ansehen des Innenministers und damit der gesamten Landesregierung zu beschädigen. Ihnen geht es nicht um die Aufklärung und schon gar nicht um das Schicksal der Opfer. CDU und FDP verfolgen nur parteipolitisch motivierte Kampagnen.“

    0 – 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Lena Zingsheim folgt auf Karl Sasserath

    Lena Zingsheim folgt auf Karl Sasserath

    Der Grünen-Politiker Karl Sasserath (63) hat sein Mandat als stimmberechtigtes Mitglied in der Bezirksvertretung Süd niedergelegt.
    Sasserath, zugleich Fraktionsvorsitzender der hiesigen Grünen, gehörte dieser Bezirksvertretung über 31 Jahre als ordentliches Mitglied an. Er wurde im Jahr 2004 zum Bezirksvorsteher Rheydt-Mitte gewählt, fünf Jahre später zum Bezirksvorsteher Süd.

    Sein Mandat wird die Lehramtsstudentin Lena Zingsheim übernehmen. Die 22-jährige Rheydterin ist auch Sprecherin der Grünen Jugend Mönchengladbach.

    0 – 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Bundesverdienstkreuz für Marlene Merhar

    Bundesverdienstkreuz für Marlene Merhar

    Marlene Merhar aus Mönchengladbach, Vorsitzende des Fördervereins für krebskranke Kinder e.V. Köln, ist jetzt vom Bundespräsidenten für ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement mit dem Verdienstkreuz am Bande das Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker hat der Wickratherin das Bundesverdienstkreuz jetzt im Rathaus zu Köln überreicht.

    „Als Oberbürgermeisterin der Stadt Köln danke ich Ihnen herzlich für Ihren beispielhaften und vorbildlichen Einsatz. Gerne übermittle ich Ihnen die Glückwünsche der Ministerpräsidentin und der Regierungspräsidentin. Ich selbst gratuliere Ihnen ebenfalls herzlich zu dieser Auszeichnung“, sagte Reker bei der Feierstunde. Diesen Glückwünschen schließt sich Mönchengladbachs Oberbürgermeister Hans Wilhelm Reiners gerne an: „Wir können froh und stolz sein, dass Menschen wie Marlene Merhar in unserer Stadt leben.“

    Die Krebserkrankung ihres 1991 verstorbenen Sohnes Frederik veranlasste Marlene Merhar 1990 dazu, dem neugegründeten Förderverein für krebskranke Kinder Köln beizutreten, der aus einer Initiative von Eltern krebskranker Kinder hervorgegangen ist. Der Verein wurde mit dem Ziel gegründet, die Situation und Lebensqualität krebskranker Kinder und ihrer Familien zu verbessern. Seit 1991 engagiert sich Marlene Merhar, die bis 2011 als kaufmännische Angestellte tätig war, in dem Verein und kümmerte sich viele Jahre zunächst um die Buchführung und Mitgliederverwaltung. Um Eltern von chronisch kranken Kindern das Pendeln zwischen Wohnort und Klinik zu ersparen, betreibt der Verein das 1998 eröffnete Elternhaus auf dem Gelände der Uniklinik Köln. Das Elternhaus bietet nicht nur Übernachtungsmöglichkeiten, sondern ist auch ein Ort der Begegnung, in dem Elterntreffs, Gesprächskreise, gemeinsame Abendessen, Gottesdienste und Kreativabende stattfinden.

    2002 wurde Marlene Merhar in den Vorstand des Fördervereins gewählt und 2004 in das Amt der Vorstandsvorsitzenden, das sie bis heute ausübt. Die Aufgaben als Vorsitzende erfordern ein wöchentliches Engagement von etwa 15 bis 20 Stunden. Um dies leisten zu können, reduzierte Frau Merhar im Jahr 2004 die wöchentliche Arbeitszeit ihrer hauptberuflichen Tätigkeit als Kaufmännische Angestellte. Einen Schwerpunkt ihrer ehrenamtlichen Arbeit bildet die Akquirierung von Spenden. So konnte der Verein beispielsweise die gesamten Baukosten für das Elternhaus von mehr als zwei Millionen Euro durch Spenden finanzieren. Auch die laufenden Kosten, rund 250.000 Euro jährlich, werden komplett von dem Förderverein getragen. Der unermüdliche Einsatz von Marlene Merhar und ihre äußerst erfolgreiche Spendenakquise ermöglichen dem Verein zudem, über das Elternhaus hinaus weitere Projekte zu unterstützen. Dazu zählen zum Beispiel die Finanzierung von derzeit fünf Arbeitsstellen auf der Kinderkrebsstation der Uniklinik Köln, die Organisation und Finanzierung von Freizeitmaßnahmen für die Kinder nach Abschluss der Behandlung sowie die Unterstützung von Familien, die durch die Erkrankung ihrer Kinder in eine finanzielle Notlage geraten sind.

    Als Mitglied des „Dachverbandes der Elterninitiativen in Deutschland“ und der „Deutschen Leukämie-Forschungshilfe – Aktion für krebskranke Kinder“ finanziert der Verein zusätzlich bundesweite Forschungsprojekte und Studien auf diesem Gebiet. Im Mai 2014 wurde Frau Merhar zur ehrenamtlichen Kassenprüferin der „Deutschen Leukämie-Forschungshilfe“ gewählt.

    Marlene Merhar gelingt es immer wieder, die Aufmerksamkeit der Bevölkerung und der Presse auf die Arbeit ihres Vereins zu lenken. Stets gewinnt sie neue Mitglieder und Sponsoren. Darüber hinaus engagiert sie sich einmal pro Woche ganztägig im Elternhaus, um den dort vorübergehend wohnenden Eltern in ihrer belastenden Situation beizustehen. Sie nimmt zudem an zahlreichen Gesprächsrunden, Veranstaltungen und Treffen des Fördervereins teil und ist häufig bei Spendenübergaben vor Ort.

    0 – 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Keine Fragen bitte!

    Verwaltung gibt es nicht zum Nulltarif, Bürger-Service auch nicht.

    Unser Oberbürgermeister kostet ebenfalls. Warum ich das betone?

    Nun, OB Reiners möchte gerne sparsam sein, er möchte bei den Auskünften sparen. Er bittet die im Rat vertretenen Parteien, mit ihren Anfragen zukünftig sparsamer zu sein. Es sind ihm zu viele.

    Schriftlich hat er die Parteien informiert, hat eine umfangreiche, eine kostspielige Dokumentation erarbeiten lassen, um seine Bitte/Aufforderung zu untermauern.

    Dies alles steht in einem krassen Missverhältnis zu seinen heren Ankündigungen, die in seiner Antrittsrede zu hören waren.

    Da war von besserem Bürgerservice die Rede.

    Nun weiß fast jeder, der schonmal eine Anfrage an die “Verwaltung” gestellt hat, dass er möglicherweise nie eine Antwort erhält. Oder nach Monaten. Also wendet er sich an den Bezirksvertreter in seinem Bezirk. Kann dieser die Bürgerfrage nicht beantworten, stellt er eine entsprechende Anfrage in der Sitzung der Bezirksvertretung an die Verwaltung. Das sollen unsere gewählten Politiker zukünftig reduzieren bzw. unterlassen. Nach Ansicht unseres Oberbürgermeisters wird die Verwaltung dadurch überlastet. Pauschal, eine Begründung mitzuliefern hält der OB nicht für angebracht.

    Besserer Bürgerservice kostet Geld. Unser Oberbürgermeister ebenso.

    Soll der lästige, weil fragende, Bürger ruhiggestellt werden?

    Herr Reiners sollte es erklären.

    0 – 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!

  • Papst Franziskus: „Was ist mit dir los, Europa?“  Seine Rede im Wortlaut

    Papst Franziskus: „Was ist mit dir los, Europa?“
    Seine Rede im Wortlaut

    Die Ansprache des Papstes bei der Verleihung des Karlspreises, am 6. Mai 2016, im Vatikan im Wortlaut:

    Sehr verehrte Gäste,

    herzlich heiße ich Sie willkommen und danke Ihnen, dass Sie da sind. Ein besonderer Dank gilt den Herren Marcel Philipp, Jürgen Linden, Martin Schulz, Jean-Claude Juncker und Donald Tusk für ihre freundlichen Worte. Ich möchte noch einmal meine Absicht bekräftigen, den ehrenvollen Preis, mit dem ich ausgezeichnet werde, Europa zu widmen: Wir wollen die Gelegenheit ergreifen, über dieses festliche Ereignis hinaus gemeinsam einen neuen kräftigen Schwung für diesen geliebten Kontinent zu wünschen.

    Die Kreativität, der Geist, die Fähigkeit, sich wieder aufzurichten und aus den eigenen Grenzen hinauszugehen, gehören zur Seele Europas. Im vergangenen Jahrhundert hat es der Menschheit bewiesen, dass ein neuer Anfang möglich war: Nach Jahren tragischer Auseinandersetzungen, die im furchtbarsten Krieg, an den man sich erinnert, gipfelten, entstand mit der Gnade Gottes etwas in der Geschichte noch nie dagewesenes Neues. Schutt und Asche konnten die Hoffnung und die Suche nach dem Anderen, die im Herzen der Gründerväter des europäischen Projekts brannten, nicht auslöschen. Sie legten das Fundament für ein Bollwerk des Friedens, ein Gebäude, das von Staaten aufgebaut ist, die sich nicht aus Zwang, sondern aus freier Entscheidung für das Gemeinwohl zusammenschlossen und dabei für immer darauf verzichtet haben, sich gegeneinander zu wenden. Nach vielen Teilungen fand Europa endlich sich selbst und begann sein Haus zu bauen.

    Diese »Familie von Völkern«[1], die in der Zwischenzeit lobenswerterweise größer geworden ist, scheint in jüngster Zeit die Mauern dieses gemeinsamen Hauses, die mitunter in Abweichung von dem glänzenden Projektentwurf der Väter errichtet wurden, weniger als sein Eigen zu empfinden. Jenes Klima des Neuen, jener brennende Wunsch, die Einheit aufzubauen, scheinen immer mehr erloschen. Wir Kinder dieses Traumes sind versucht, unseren Egoismen nachzugeben, indem wir auf den eigenen Nutzen schauen und daran denken, bestimmte Zäune zu errichten. Dennoch bin ich überzeugt, dass die Resignation und die Müdigkeit nicht zur Seele Europas gehören und dass auch die »Schwierigkeiten zu machtvollen Förderern der Einheit werden können«[2].

    Im Europäischen Parlament habe ich mir erlaubt, von Europa als Großmutter zu sprechen. Zu den Europaabgeordneten sagte ich, dass von verschiedenen Seiten der Gesamteindruck eines müden und gealterten Europa, das nicht fruchtbar und lebendig ist, zugenommen hat, wo die großen Ideale, welche Europa inspiriert haben, ihre Anziehungskraft verloren zu haben scheinen; ein heruntergekommenes Europa, das seine Fähigkeit, etwas hervorzubringen und zu schaffen, verloren zu haben scheint. Ein Europa, das versucht ist, eher Räume zu sichern und zu beherrschen, als Inklusions- und Transformationsprozesse hervorzubringen; ein Europa, das sich „verschanzt“, anstatt Taten den Vorrang zu geben, welche neue Dynamiken in der Gesellschaft fördern – Dynamiken, die in der Lage sind, alle sozialen Handlungsträger (Gruppen und Personen) bei der Suche nach neuen Lösungen der gegenwärtigen Probleme einzubeziehen und dazu zu bewegen, auf dass sie bei wichtigen historischen Ereignissen Frucht bringen. Ein Europa, dem es fern liegt, Räume zu schützen, sondern das zu einer Mutter wird, die Prozesse hervorbringt (vgl. Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 223).

    Was ist mit dir los, humanistisches Europa, du Verfechterin der Menschenrechte, der Demokratie und der Freiheit? Was ist mit dir los, Europa, du Heimat von Dichtern, Philosophen, Künstlern, Musikern, Literaten? Was ist mit dir los, Europa, du Mutter von Völkern und Nationen, Mutter großer Männer und Frauen, die die Würde ihrer Brüder und Schwestern zu verteidigen und dafür ihr Leben hinzugeben wussten?

    Der Schriftsteller Elie Wiesel, Überlebender der Nazi-Vernichtungslager, sagte, dass heute eine „Transfusion des Gedächtnisses“ grundlegend ist. Es ist notwendig, „Gedächtnis zu halten“, ein wenig von der Gegenwart Abstand zu nehmen, um der Stimme unserer Vorfahren zu lauschen. Das Gedächtnis wird uns nicht nur erlauben, nicht dieselben Fehler der Vergangenheit zu begehen (vgl. Evangelii gaudium, 108), sondern gibt uns auch Zutritt zu den Errungenschaften, die unseren Völkern geholfen haben, die historischen Kreuzungswege, denen sie begegneten, positiv zu beschreiten. Die Transfusion des Gedächtnisses befreit uns von der oft attraktiveren gegenwärtigen Tendenz, hastig auf dem Treibsand unmittelbarer Ergebnisse zu bauen, die »einen leichten politischen Ertrag schnell und kurzlebig erbringen [könnten], aber nicht die menschliche Fülle aufbauen« (ebd., 224).

    Zu diesem Zweck wird es uns gut tun, die Gründerväter Europas in Erinnerung zu rufen. Sie verstanden es, in einem von den Wunden des Krieges gezeichneten Umfeld nach alternativen, innovativen Wegen zu suchen. Sie hatten die Kühnheit, nicht nur von der Idee Europa zu träumen, sondern wagten, die Modelle, die bloß Gewalt und Zerstörung hervorbrachten, radikal zu verändern. Sie wagten, nach vielseitigen Lösungen für die Probleme zu suchen, die nach und nach von allen anerkannt wurden.

    Robert Schuman sagte bei dem Akt, den viele als die Geburtsstunde der ersten europäischen Gemeinschaft anerkennen: »Europa lässt sich nicht mit einem Schlage herstellen und auch nicht durch eine einfache Zusammenfassung: Es wird durch konkrete Tatsachen entstehen, die zunächst eine Solidarität der Tat schaffen.«[3] Gerade jetzt, in dieser unserer zerrissenen und verwundeten Welt, ist es notwendig, zu dieser Solidarität der Tat zurückzukehren, zur selben konkreten Großzügigkeit, der auf den Zweiten Weltkrieg folgte, denn – wie Schuman weiter ausführte – »Der Friede der Welt kann nicht gewahrt werden ohne schöpferische Anstrengungen, die der Größe der Bedrohung entsprechen.«[4] Die Pläne der Gründerväter, jener Herolde des Friedens und Propheten der Zukunft, sind nicht überholt: Heute mehr denn je regen sie an, Brücken zu bauen und Mauern einzureißen. Sie scheinen einen eindringlichen Aufruf auszusprechen, sich nicht mit kosmetischen Überarbeitungen oder gewundenen Kompromissen zur Verbesserung mancher Verträge zufrieden zu geben, sondern mutig neue, tief verwurzelte Fundamente zu legen. Wie Alcide De Gasperi sagte: »Von der Sorge um das Gemeinwohl unserer europäischen Vaterländer, unseres Vaterlandes Europa gleichermaßen beseelt, müssen alle ohne Furcht eine konstruktive Arbeit wieder neu beginnen, die alle unsere Anstrengungen einer geduldigen und dauerhaften Zusammenarbeit erfordert.«[5]

    Diese Übertragung des Gedächtnisses macht es uns möglich, uns von der Vergangenheit inspirieren zu lassen, um mutig dem vielschichtigen mehrpoligen Kontext unserer Tage zu begegnen und dabei entschlossen die Herausforderung anzunehmen, die Idee Europa zu „aktualisieren“ – eines Europa, das imstande ist, einen neuen, auf drei Fähigkeiten gegründeten Humanismus zur Welt zu bringen: Fähigkeit zur Integration, Fähigkeit zum Dialog und Fähigkeit, etwas hervorzubringen.

     

    Fähigkeit zur Integration

    Erich Przywara fordert uns mit seinem großartigen Werk Idee Europa heraus, sich die Stadt als eine Stätte des Zusammenlebens verschiedener Einrichtungen auf unterschiedlichen Ebenen vorzustellen. Er kannte jene reduktionistische Tendenz, die jedem Versuch, das gesellschaftliche Gefüge zu denken und davon zu träumen, innewohnt. Die vielen unserer Städte innewohnende Schönheit verdankt sich der Tatsache, dass es ihnen gelungen ist, die Unterschiede der Epochen, Nationen, Stile, Visionen in der Zeit zu bewahren. Es genügt, auf das unschätzbare kulturelle Erbe Roms zu schauen, um noch einmal zu bekräftigen, dass der Reichtum und der Wert eines Volkes eben darin wurzelt, alle diese Ebenen in einem gesunden Miteinander auszudrücken zu wissen. Die Reduktionismen und alle Bestrebungen zur Vereinheitlichung – weit entfernt davon, Wert hervorzubringen – verurteilen unsere Völker zu einer grausamen Armut: jene der Exklusion. Und weit entfernt davon, Größe, Reichtum und Schönheit mit sich zu bringen, ruft die Exklusion Feigheit, Enge und Brutalität hervor. Weit entfernt davon, dem Geist Adel zu verleihen, bringt sie ihm Kleinlichkeit.

    Die Wurzeln unserer Völker, die Wurzeln Europas festigten sich im Laufe seiner Geschichte. Dabei lernte es, die verschiedensten Kulturen, ohne sichtliche Verbindung untereinander, in immer neuen Synthesen zu integrieren. Die europäische Identität ist und war immer eine dynamische und multikulturelle Identität.

    Die Politik weiß, dass sie vor dieser grundlegenden und nicht verschiebbaren Arbeit der Integration steht. Wir wissen: »Das Ganze ist mehr als der Teil, und es ist auch mehr als ihre einfache Summe.« Dafür muss man immer arbeiten und »den Blick ausweiten, um ein größeres Gut zu erkennen, das uns allen Nutzen bringt« (Evangelii gaudium, 235). Wir sind aufgefordert, eine Integration zu fördern, die in der Solidarität die Art und Weise findet, wie die Dinge zu tun sind, wie Geschichte gestaltet werden soll. Es geht um eine Solidarität, die nie mit Almosen verwechselt werden darf, sondern als Schaffung von Möglichkeiten zu sehen ist, damit alle Bewohner unserer – und vieler anderer – Städte ihr Leben in Würde entfalten können. Die Zeit lehrt uns gerade, dass die bloß geographische Eingliederung der Menschen nicht ausreicht, sondern dass die Herausforderung in einer starken kulturellen Integration besteht.

    Auf diese Weise wird die Gemeinschaft der europäischen Völker die Versuchung überwinden können, sich auf einseitige Paradigmen zurückzuziehen und sich auf „ideologische Kolonialisierungen“ einzulassen. So wird sie vielmehr die Größe der europäischen Seele wiederentdecken, die aus der Begegnung von Zivilisationen und Völkern entstanden ist, die viel weiter als die gegenwärtigen Grenzen der Europäischen Union geht und berufen ist, zum Vorbild für neue Synthesen und des Dialogs zu werden. Das Gesicht Europas unterscheidet sich nämlich nicht dadurch, dass es sich anderen widersetzt, sondern dass es die Züge verschiedener Kulturen eingeprägt trägt und die Schönheit, die aus der Überwindung der Beziehungslosigkeit kommt. Ohne diese Fähigkeit zur Integration werden die einst von Konrad Adenauer gesprochenen Worte heute als Prophezeiung der Zukunft erklingen: »Die Zukunft der abendländischen Menschheit [ist] durch nichts, aber auch durch gar nichts, durch keine politische Spannung so sehr gefährdet wie durch die Gefahr der Vermassung, der Uniformierung des Denkens und Fühlens, kurz, der gesamten Lebensauffassung und durch die Flucht aus der Verantwortung, aus der Sorge für sich selbst.«[6]

     

    Die Fähigkeit zum Dialog

    Wenn es ein Wort gibt, das wir bis zur Erschöpfung wiederholen müssen, dann lautet es Dialog. Wir sind aufgefordert, eine Kultur des Dialogs zu fördern, indem wir mit allen Mitteln Instanzen zu eröffnen suchen, damit dieser Dialog möglich wird und uns gestattet, das soziale Gefüge neu aufzubauen. Die Kultur des Dialogs impliziert einen echten Lernprozess sowie eine Askese, die uns hilft, den Anderen als ebenbürtigen Gesprächspartner anzuerkennen, und die uns erlaubt, den Fremden, den Migranten, den Angehörigen einer anderen Kultur als Subjekt zu betrachten, dem man als anerkanntem und geschätztem Gegenüber zuhört. Es ist für uns heute dringlich, alle sozialen Handlungsträger einzubeziehen, um »eine Kultur, die den Dialog als Form der Begegnung bevorzugt,« zu fördern, indem wir »die Suche nach Einvernehmen und Übereinkünften [vorantreiben], ohne sie jedoch von der Sorge um eine gerechte Gesellschaft zu trennen, die erinnerungsfähig ist und niemanden ausschließt« (Apostolisches Schreiben Evangelii gaudium, 239). Der Frieden wird in dem Maß dauerhaft sein, wie wir unsere Kinder mit den Werkzeugen des Dialogs ausrüsten und sie den „guten Kampf“ der Begegnung und der Verhandlung lehren. Auf diese Weise werden wir ihnen eine Kultur als Erbe überlassen können, die Strategien zu umreißen weiß, die nicht zum Tod, sondern zum Leben, nicht zur Ausschließung, sondern zur Integration führen.

    Diese Kultur des Dialogs, die in alle schulischen Lehrpläne als übergreifende Achse der Fächer aufgenommen werden müsste, wird dazu verhelfen, der jungen Generation eine andere Art der Konfliktlösung einzuprägen als jene, an die wir sie jetzt gewöhnen. Heute ist es dringend nötig, „Koalitionen“ schaffen zu können, die nicht mehr nur militärisch oder wirtschaftlich, sondern kulturell, erzieherisch, philosophisch und religiös sind. Koalitionen, die herausstellen, dass es bei vielen Auseinandersetzungen oft um die Macht wirtschaftlicher Gruppen geht. Es braucht Koalitionen, die fähig sind, das Volk vor der Benutzung durch unlautere Ziele zu verteidigen. Rüsten wir unsere Leute mit der Kultur des Dialogs und der Begegnung aus.

     

    Die Fähigkeit, etwas hervorzubringen

    Der Dialog und alles, was er mit sich bringt, erinnern uns daran, dass keiner sich darauf beschränken kann, Zuschauer oder bloßer Beobachter zu sein. Alle, vom Kleinsten bis zum Größten, bilden einen aktiven Part beim Aufbau einer integrierten und versöhnten Gesellschaft. Diese Kultur ist möglich, wenn alle an ihrer Ausgestaltung und ihrem Aufbau teilhaben. Die gegenwärtige Situation lässt keine bloßen Zaungäste der Kämpfe anderer zu. Sie ist im Gegenteil ein deutlicher Appell an die persönliche und soziale Verantwortung.

    In diesem Sinne spielen unsere jungen Menschen eine dominierende Rolle. Sie sind nicht die Zukunft unserer Völker, sie sind ihre Gegenwart. Schon heute schmieden sie mit ihren Träumen und mit ihrem Leben den europäischen Geist. Wir können nicht an ein Morgen denken, ohne dass wir ihnen eine wirkliche Teilhabe als Träger der Veränderung und des Wandels anbieten. Wir können uns Europa nicht vorstellen, ohne dass wir sie einbeziehen und zu Protagonisten dieses Traums machen.

    Kürzlich habe ich über diesen Aspekt nachgedacht, und ich habe mich gefragt: Wie können wir unsere jungen Menschen an diesem Aufbau teilhaben lassen, wenn wir ihnen die Arbeit vorenthalten? Wenn wir ihnen keine würdige Arbeiten geben, die ihnen erlauben, sich mit Hilfe ihrer Hände, ihrer Intelligenz und ihren Energien zu entwickeln? Wie können wir behaupten, ihnen die Bedeutung von Protagonisten zuzugestehen, wenn die Quoten der Arbeitslosigkeit und der Unterbeschäftigung von Millionen von jungen Europäern ansteigen? Wie können wir es vermeiden, unsere jungen Menschen zu verlieren, die auf der Suche nach Idealen und nach einem Zugehörigkeitsgefühl schließlich anderswohin gehen, weil wir ihnen hier in ihrem Land keine Gelegenheiten und keine Werte zu vermitteln vermögen?

    »Die gerechte Verteilung der Früchte der Erde und der menschlichen Arbeit ist keine bloße Philanthropie. Es ist eine moralische Pflicht«[7]. Wenn wir unsere Gesellschaft anders konzipieren wollen, müssen wir würdige und lukrative Arbeitsplätze schaffen, besonders für unsere jungen Menschen.

    Das erfordert die Suche nach neuen Wirtschaftsmodellen, die in höherem Maße inklusiv und gerecht sind. Sie sollen nicht darauf ausgerichtet sein, nur einigen wenigen zu dienen, sondern vielmehr dem Wohl jedes Menschen und der Gesellschaft. Und das verlangt den Übergang von einer „verflüssigten“ Wirtschaft zu einer sozialen Wirtschaft. Ich denke zum Beispiel an die soziale Marktwirtschaft, zu der auch meine Vorgänger ermutigt haben (vgl. Johannes Paul II. Ansprache an den Botschafter der Bundesrepublik Deutschland, 8. November 1990). Es ist nötig, von einer Wirtschaft, die auf den Verdienst und den Profit auf der Basis von Spekulation und Darlehen auf Zinsen zielt, zu einer sozialen Wirtschaft überzugehen, die in die Menschen investiert, indem sie Arbeitsplätze und Qualifikation schafft.

    Von einer „verflüssigten“ Wirtschaft, die dazu neigt, Korruption als Mittel zur Erzielung von Gewinnen zu begünstigen, müssen wir zu einer sozialen Wirtschaft gelangen, die den Zugang zum Land und zum Dach über dem Kopf garantiert. Und dies mittels der Arbeit als dem Umfeld, in dem die Menschen und die Gemeinschaften »viele Dimensionen des Lebens ins Spiel [bringen können]: die Kreativität, die Planung der Zukunft, die Entwicklung der Fähigkeiten, die Ausübung der Werte, die Kommunikation mit den anderen, eine Haltung der Anbetung. In der weltweiten sozialen Wirklichkeit von heute ist es daher über die begrenzten Interessen der Unternehmen und einer fragwürdigen wirtschaftlichen Rationalität hinaus notwendig, ‚dass als Priorität weiterhin das Ziel verfolgt wird, allen Zugang zur Arbeit zu verschaffen‘[8]« (Enzyklika Laudato si‘, 127).

    Wenn wir eine menschenwürdige Zukunft anstreben wollen, wenn wir eine friedliche Zukunft für unsere Gesellschaft wünschen, können wir sie nur erreichen, indem wir auf die wahre Inklusion setzen: »die, welche die würdige, freie, kreative, beteiligte und solidarische Arbeit gibt«[9]. Dieser Übergang (von einer „verflüssigten“ zu einer sozialen Wirtschaft) vermittelt nicht nur neue Perspektiven und konkrete Gelegenheiten zur Integration und Inklusion, sondern eröffnet uns von neuem die Fähigkeit von jenem Humanismus zu träumen, dessen Wiege und Quelle Europa einst war.

    Am Wiederaufblühen eines zwar müden, aber immer noch an Energien und Kapazitäten reichen Europas kann und soll die Kirche mitwirken. Ihre Aufgabe fällt mit ihrer Mission zusammen, der Verkündigung des Evangeliums. Diese zeigt sich heute mehr denn je vor allem dahin, dass wir dem Menschen mit seinen Verletzungen entgegenkommen, indem wir ihm die starke und zugleich schlichte Gegenwart Christi bringen, seine tröstende und ermutigende Barmherzigkeit. Gott möchte unter den Menschen wohnen, aber das kann er nur mit Männern und Frauen erreichen, die – wie einst die großen Glaubensboten des Kontinents – von ihm angerührt sind und das Evangelium leben, ohne nach etwas anderem zu suchen. Nur eine Kirche, die reich an Zeugen ist, vermag von neuem das reine Wasser des Evangeliums auf die Wurzeln Europas zu geben. Dabei ist der Weg der Christen auf die volle Gemeinschaft hin ein großes Zeichen der Zeit, aber auch ein dringendes Erfordernis, um dem Ruf des Herrn zu entsprechen, dass alle eins sein sollen (vgl. Joh 17,21).

    Mit dem Verstand und mit dem Herz, mit Hoffnung und ohne leere Nostalgien, als Sohn, der in der Mutter Europa seine Lebens- und Glaubenswurzeln hat, träume ich von einem neuen europäischen Humanismus: »Es bedarf eines ständigen Weges der Humanisierung«, und dazu braucht es »Gedächtnis, Mut und eine gesunde menschliche Zukunftsvision«[10]. Ich träume von einem jungen Europa, das fähig ist, noch Mutter zu sein: eine Mutter, die Leben hat, weil sie das Leben achtet und Hoffnung für das Leben bietet. Ich träume von einem Europa, das sich um das Kind kümmert, das dem Armen brüderlich beisteht und ebenso dem, der Aufnahme suchend kommt, weil er nichts mehr hat und um Hilfe bittet. Ich träume von einem Europa, das die Kranken und die alten Menschen anhört und ihnen Wertschätzung entgegenbringt, auf dass sie nicht zu unproduktiven Abfallsgegenständen herabgesetzt werden. Ich träume von einem Europa, in dem das Migrantsein kein Verbrechen ist, sondern vielmehr eine Einladung zu einem größeren Einsatz mit der Würde der ganzen menschlichen Person. Ich träume von einem Europa, wo die jungen Menschen die reine Luft der Ehrlichkeit atmen, wo sie die Schönheit der Kultur und eines einfachen Lebens lieben, die nicht von den endlosen Bedürfnissen des Konsumismus beschmutzt ist; wo das Heiraten und der Kinderwunsch eine Verantwortung wie eine große Freude sind und kein Problem darstellen, weil es an einer hinreichend stabilen Arbeit fehlt. Ich träume von einem Europa der Familien mit einer echt wirksamen Politik, die mehr in die Gesichter als auf die Zahlen blickt und mehr auf die Geburt von Kindern als auf die Vermehrung der Güter achtet. Ich träume von einem Europa, das die Rechte des Einzelnen fördert und schützt, ohne die Verpflichtungen gegenüber der Gemeinschaft außer Acht zu lassen. Ich träume von einem Europa, von dem man nicht sagen kann, dass sein Einsatz für die Menschenrechte an letzter Stelle seiner Visionen stand.

     

    [1] Ansprache an das Europäische Parlament, Straßburg, 25. November 2015.

    [2] Ebd.

    [3] Erklärung am 9. Mai 1950 im Salon de l’Horloge, Quai d’Orsay, Paris.

    [4] Ebd.

    [5] Vgl. Rede auf der Europäischen Parlamentarischen Konferenz, Paris, 21. April 1954.

    [6] Ansprache auf dem Deutschen Handwerkertag, Düsseldorf, 27. April 1952.

    [7] Ansprache beim Welttreffen der Volksbewegungen, Santa Cruz de la Sierra, 9. Juli 2015.

    [8] Benedikt XVI., Enzyklika Caritas in veritate (29. Juni 2009), 32: AAS 101 (2009), 666.

    [9] Ansprache beim Welttreffen der Volksbewegungen, Santa Cruz de la Sierra, 9. Juli 2015.

    [10] Ansprache an den Europarat, Straßburg, 25. November 2014.

    0 – 0

    Thank You For Your Vote!

    Sorry You have Already Voted!